Beschluss aufgehoben. Der Gemeinderat stimmte jetzt doch, mit neun Ja-Stimmen, für die gelbe Variante. Johanna Nagl meint: "Wir kämpfen trotzdem weiter!"

Von Birgit Kindler. Erstellt am 16. September 2014 (05:03)
Fast dreimal so viele Zuhörer wie Gemeinderäte fanden sich zur Sitzung des Gemeinderates in Muckendorf ein.
NOEN, Kindler

MUCKENDORF, KÖNIGSTETTEN, LANGENLEBARN / Bis auf den letzten Sessel gefüllt war der Sitzungssaal im neuen Gemeindeamt in Muckendorf-Wipfing. Grund für die vielen Zuhörer war Tagesordnungspunkt sechs, die Umfahrungsstraße Königstetten (die NÖN berichtete).

Bürgermeister Hermann Grüssinger gab noch einmal eine kurze Zusammenfassung zur Thematik: „Damals waren wir gegen die gelbe Variante und für grün, danach gab es einen Kompromissvorschlag von Königstetten für gelb-grün.“ Doch diese Variante sei auch keine gute Lösung gewesen. „Irgendwann müssen wir eine Entscheidung treffen, sonst gibt das Land das Geld woanders aus“, meinte Grüssinger.

„Es geht um unser aller Steuergeld und es gibt kein stimmiges Gesamtkonzept für das Tullnerfeld“, gab SPÖ-Gemeinderätin Brigitte Adler zu bedenken. Es würden Schulden für Generationen angehäuft werden, außerdem sei diese neue Abstimmung eine grundlegende Änderung zum bestehenden Beschluss gegen die Umfahrung.

Neun Gemeinderäte für gelbe Variante

„Das Leben besteht aus Kompromissen. Natürlich wird auch uns die Umfahrung etwas kosten, aber darüber reden wir erst, wenn es so weit ist“, so Grüssinger. Der Gemeinderat stimmte mit neun zu fünf Gegenstimmen für die gelbe Variante der Umfahrung sowie die Errichtung eines Lärmschutzes in Wipfing ab. Zufrieden zeigten sich einige Muckendorfer, die an der B 14 wohnen, mit dem Ergebnis.

Entsetzt darüber ist Umfahrungsgegnerin Johanna Nagl, sie bezeichnete Grüssinger als „Wipfingverräter“. Nagl hofft weiterhin, dass diese neue Straße nicht gebaut wird, da „es in Wolfpassing mit dem Nadelöhr ein ungelöstes Problem gibt“. Außerdem gebe es zwei Resolutionen gegen die Umfahrung von den Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing und St. Andrä-Wördern, darüber könne man nicht hinwegsehen. „Wir werden weiter kämpfen“, will Nagl nicht aufgeben.

Zeiselmauers Bürgermeister Eduard Roch meinte zum Ergebnis: „Ich gehe davon aus, dass sich die Planer vom Land genaue Gedanken über ein Gesamtkonzept gemacht haben.“

Heidrun Sdorra von den Grünen von Muckendorf-Wipfing zeigte sich empört: „Es ist demokratiepolitisch für unsere Gemeinde ein Trauertag.“ Zwei bislang sehr lebenswerten Orten (nördliches Königstetten und Wipfing) werde das „grüne Wohnzimmer“ vor der Haustüre genommen und das „leider auch mithilfe der Gemeinderäte der Wahlgemeinschaft Muckendorf-Wipfing-VP aus Wipfing“.

Erwartungsgemäß froh ist Königstettens Bürgermeister Roland Nagl: „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Es freut mich, dass nach der Stadtgemeinde Tulln nun auch die Gemeinde Muckendorf im partnerschaftlichen Boot sitzt. Nun kann die Planungsabteilung des Landes die finalen Planungsschritte setzen.“
 

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