„Umzug“ nach 100 Jahren. „BAUM FÄLLT“ / Wissenschaftler fanden im Aubad ideale Bedingungen für einen Test auf dem Gebiet der Baumstatik und freuten sich über wichtige Erkenntnisse.

Erstellt am 24. November 2010 (07:53)
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VON DORIS FIRMKRANZ

TULLN /  Zweck des wissenschaftlichen Versuches war es, das Bruchverhalten sehr hohler Bäume zu erforschen. Als Versuchsobjekt wurde eine 29 Meter große, innen fast hohle Esche im Aubad auserkoren. Nach intensiver Vorarbeit des Forscherteams wurde mit Seilen Zug auf den Baum ausgeübt.

Der rund 100 Jahre alte Baumriese gab bei simulierten etwa 60 km/h Windstärke und rund 4,4 Tonnen Belastung unter lautstarkem Ächzen nach. Rainer Prosenz, Initiator des Versuchs und Sachverständiger für Baumpflege und Baumstatik: „Wir haben damit gerechnet, dass der Baum bricht. Tatsächlich aber wurde der Stamm gespalten und ist samt den Wurzeln umgefallen.“

DI Andreas Detter von TreeConsult: „Bisher wurden Prognosen überwiegend aufgrund von Laborversuchen getroffen. Mit den Ergebnissen aus unserem praktischen Versuch in Tulln können bei Baumbegutachtungen in Zukunft aussagekräftigere Vorhersagen getroffen werden.“ „Die Bäume im Stadtgebiet werden ständig auf ihre Sicherheit kontrolliert“, betonen Familien-Stadtrat Mag. Johannes Sykora und Umwelt-Stadträtin Liane Marecsek. Nicht zu Unrecht wurde Tulln mehrmals zur baumfreundlichsten Gemeinde Niederösterreichs gewählt.

Neben weiteren Messdaten lieferte der Test auch das „Corpus delicti“: einen Pilz, der den Baum von innen her befiel. Im Bild (v.l.) Andreas Detter, Rainer Prosenz, Stadtgärtnerin Ulrike Puchner und Ing. Franz Friedl.