St. Andrä-Wördern: Radweg kommt, Bäume weichen

Erstellt am 07. August 2022 | 05:34
Lesezeit: 3 Min
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Sie werden als nächstes fallen: Entlang der Greifensteiner Straße müssen Bäume einem Rad- und Gehweg weichen. Bürgermeister Titz relativiert: Die Bäume werden wegen Salzstreuung kaputt.
Foto: privat
Anrainer-Protest, weil entlang der Greifensteiner Straße für Rad- und Gehwege gefällt wird. Die Gemeinde versichert: Die Bäume werden nachgepflanzt.
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Benjamin Höllrigl versteht die Welt nicht mehr. „Die Natur wird verbaut und zubetoniert“, kritisiert der St. Andrä-Wörderner. In Zeiten der Erderwärmung, so sagt er, sei es besonders wichtig, Bäume und Grünflächen zu schützen. Aber: „Unsere Gemeinde findet es trotzdem gut, Bäume zu fällen, um alles für Radwege zu asphaltieren.“ Und verschwende dabei auch noch Steuergeld.

„Das ist nicht rechtzufertigen und kostet Unsummen.“ benjamin höllrigl Anrainer, St. Andrä-Wördern

Höllrigl schätzt, dass der geplante neue Radweg – gemeint ist entlang der Greifensteiner Straße – pro Tag lediglich von drei, vier Personen genutzt werden wird: „Das ist nicht rechtzufertigen und kostet Unsummen. Die Straße ist an dieser Stelle breit genug, um ohne bauliche Maßnahmen und Zerstörung der wichtigen Natur einen Radstreifen auf der Fahrbahn zu markieren.“ Das wäre wesentlich günstiger – außerdem: „Da es im Ortsgebiet liegt, dürfen Autos sowieso nur 50 km/h fahren. In Wien funktioniert das auch alles“, meint Höllrigl.

Der Anrainer appelliert: „Bitte helfen Sie uns zu verhindern, dass noch mehr Bäume dem Bauwahn zum Opfer fallen müssen.“ Die Einwohner seien verzweifelt, weil die Gemeinde „am Bürger vorbei und gegen die Natur arbeitet“.

Nachpflanzungen und mehr Verkehrssicherheit

Was ist seitens der Gemeinde geplant? „Es stimmt, dass die Bäume wegkommen“, bestätigt Bürgermeister Maximilian Titz (ÖVP). Aber: Nach den Arbeiten werden neue Pflanzen – Bäume und Sträucher – gesetzt, versichert der Ortschef. Das wäre sowieso notwendig geworden. Titz: „Die Bäume stehen dort seit 20 Jahren. Sie sind aber nicht für Salzstreuung geeignet und werden kaputt.“

Jetzt werden sie gefällt, um die Verkehrssicherheit zu verbessern: Im Bereich zwischen Hauptstraße und Hötzendorfgasse, auf rund 800 Metern, wird nordseitig ein Rad- und Gehweg errichtet. Südseitig wird der Gehweg saniert – „das wird sicherlich von mehr als drei, vier Personen genutzt“.

Das Vorhaben ist ein Großprojekt: Denn auch die Straße bekommt einen Feinschliff. „Es ist geplant, die desolate L118 zu erneuern und zu verschmälern, um den Durchzugsverkehr zu bremsen.“

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