Osterwunder bei Crash zwischen Grafenwörth und Fels. Beim Zusammenprall mehrerer Pkw mit Teilen eines Klein-Lkw wurde einem der Fahrzeuge bei voller Fahrt das Dach samt Windschutzscheibe abrasiert – verletzt wurde dabei niemand.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 08. April 2020 (09:36)

Der Begriff „Wunder“ mag manchmal überstrapaziert werden, bei einem Verkehrsunfall auf der S5 zwischen Grafenwörth und Fels am Abend des 7. April aber durchaus zutreffend. 

Aus unbekannter Ursache verlor der Lenker eines Klein-Lkw auf der S5 Richtung Wien kurz vor Fels die Kontrolle über sein Fahrzeug und es begann zu schleudern. Nach Einschlag in die Leitschiene drehte sich das Fahrzeuge und katapultierte seine Ladung (eine größere Anzahl schwerer Stahlketten) über ca. 200 Meter auf alle drei Spuren der Richtungsfahrbahn. 

Ein nachkommender Pkw konnte nicht rechtzeitig reagieren und fuhr in das oben beschriebene Chaos ein. Die Windschutzscheibe des Fahrzeugs wurde ausgerissen und das Dach bis knapp vor die Kopfstützen zusammengeschoben. Mehrere nachfolgende Pkw wurden in weiterer Folge von dem Trümmerfeld fahruntüchtig beschädigt. Verletzt wurde dabei niemand! „Wir sagen das zwar öfter, aber dass bei diesem Unfall niemand verletzt wurde ist ein wahres Osterwunder. Auch nach 23 Jahren im Feuerwehrdienst staunt man, was alles passieren kann“, sagt Feuerwehr-Pressesprecher Manfred Ploiner. 

Einsatzkräfte auf Sicherheitsabstand räumten das Chaos auf

Zur Sicherung der Unfallstelle und Bergung der schwer beschädigten Unfallfahrzeuge forderte die Autobahnpolizei daher die Unterstützung der Feuerwehr Grafenwörth an. Schon kurz nach der Alarmierung rückte eine Mannschaft ins Feuerwehrhaus ein, dort wurden sofort Schutzmasken gegen das Coronavirus angelegt und in gebotener Eile drei Fahrzeuge so besetzt, dass der Ein-Meter-Mindestabstand so gut wie möglich eingehalten werden konnte. 

Vor Ort sicherte die Feuerwehr die Unfallstelle ab und richtete nach Rücksprache mit der Polizei sofort eine Sperre der gesamten Richtungsfahrbahn ein um die zahlreichen, weit verteilten Trümmer einzusammeln. Nach wenigen Minuten konnte die Überholspur dann wieder freigegeben werden.  

Der schwer beschädigte Pkw wurde per Kran des Wechselladefahrzeuges verladen. Der zwar nicht mehr fahrtüchtige, aber noch rollende Klein-Lkw wurde dann per Kette an das Wechselladefahrzeug gehängt und (gelenkt und gebremst von einem Feuerwehrmann) zur nahen Abfahrt Fels/Wagram geschleppt und dort gesichert abgestellt. 

Gemeinsam mit der ASFINAG-Autobahnmeisterei wurde die Unfallstelle soweit möglich von Trümmern befreit. Die weiteren, leicht beschädigten Pkw wurden später von einem Abschleppunternehmen abgeholt, die Feuerwehr konnte somit wieder ins Feuerwehrhaus zurückfahren.