Grüner Platz bis grüner Verkehr: Das bringt 2022 in Tulln

Außerdem vorgesehen: ein neues Gebäude für die Sonderschule, weitere PV-Anlagen.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 04:13
Lesezeit: 4 Min
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Noch 2022 sollen nach heutiger Sicht die ersten Umsetzungsarbeiten zum grünen Platz beginnen.
Foto: Peischl

Neues Jahr, neue Projekte. Die Stadtgemeinde Tulln hat im Jahr 2022 viel vor. Ein Überblick:

Nibelungenplatz

Im März 2021 hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass der Nibelungenplatz umgestaltet werden soll. Daher erfolgte am 5. Dezember eine Volksbefragung, in der die Bürger nicht über das „Ob“, sondern über das „Wie“ der Umgestaltung entschieden haben. Das Ergebnis war ein eindeutiges Votum für die große Variante der Umgestaltung.

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Im ersten Halbjahr 2022 wird ein Wettbewerb für Landschaftsplaner ausgeschrieben, dessen Sieger Mitte des Jahres feststehen soll und der anschließend mit der Detailplanung für die Platzgestaltung beauftragt wird. Noch 2022 sollen nach heutiger Sicht bereits die ersten Umsetzungsarbeiten beginnen. Wie auch bisher wird die Bevölkerung laufend über relevante Schritte informiert und so in den Prozess eingebunden.

Durch die Umgestaltung des Platzes soll (1) ein weiterer Erholungsraum im Zentrum, (2) ein klimafitter Platz mit Vorbildcharakter für andere Städte und (3) eine zusätzliche Attraktion für Gäste und Bürger entstehen sowie (4) das Profil Tullns als DIE Gartenstadt des Landes geschärft werden und (5) als raumplanerischer Schachzug der Hauptplatz gefühlt näher an die Donaulände rücken.

Stadt des Miteinanders

Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen – umso wichtiger ist es nun, das Miteinander zu erhalten und das Verbindende vor das Trennende zu stellen. Die Initiative „Stadt des Miteinanders“ möchte sich dieser Herausforderung im Jahr 2022 noch fokussierter stellen.

Neben den bereits etablierten „Stadt des Miteinanders“-Projekten – zum Beispiel den „Netzwerk Nachbar“-Grätzlfesten und den monatlichen „Tulln zu Gast“-Treffen – sollen gezielte Maßnahmen und Angebote geschaffen werden, die den Gedanken der „Stadt des Miteinanders“ noch breiter in die Bevölkerung tragen und noch spürbarer machen. Auch ein Schwerpunkt zur besseren Verbindung und Verständnis zwischen den Generationen ist vorgesehen.

Haus der Digitalisierung und „Green Smart City“

Am Gelände des Campus Tulln Technopol entsteht bis 2023 das reale „Haus der Digitalisierung“, kürzlich wurde bereits die Dachgleiche gefeiert. Tulln wird damit zum Zentrum der Digitalisierung in Niederösterreich. Das Leuchtturmprojekt wird innovative Digitalisierungsprojekte nach Tulln bringen und die Stadt zudem zu dem interessantesten Standort für Digitalisierungsunternehmen und -Start-Ups machen. Schwerpunkte sollen die Bereiche Nachhaltigkeit und Umwelt werden – Tulln wird damit zur „Green Smart City“.

Umwelt- und Klimaschutz

Im Jahr 2019 beschloss die Stadtgemeinde Tulln ihr Klimamanifest – dieses schreibt fest, dass die Stadtverwaltung innerhalb von fünf Jahren, und die gesamte Stadtgemeinde innerhalb von 20 Jahren CO2-neutral werden sollen. Sämtliche Projekte der Stadtgemeinde werden unter diesem Gesichtspunkt geplant.

Eine der wesentlichen Maßnahmen auf dem Weg ist der weitere Ausbau der Photovoltaik-Anlagen : Die von der TullnEnergie betriebenen Anlagen haben aktuell die Kapazität, Strom für etwa 1.420 Wohnungshaushalte zu produzieren. In den nächsten Monaten wachsen die Anlagen weiter – nämlich auf der Fläche zwischen B19 und Bahntrasse (Zufahrt zur S5) um eine Anlage mit der Leistung von 600 kWp.

Straßenbau

Im Jahr 2022 fließen über 4,7 Millionen Euro in den Straßenbau inklusive der Straßeneinbauten (Kanal- und Wasserleitungen), Straßenbeleuchtung und Radwege. Neben der Fortführung der beiden Großprojekte Innenstadtsanierung (Karnergasse, Seilergasse und Kerschbaumergasse; Fertigstellung der begonnenen Sanierung Kirchengasse, Blutgasse, Strauchgasse der Wiener Straße) und Langenlebarner Straße (Sanierung und klimafitte Ausführung des Teilbereiches zwischen Nixen-Kreisverkehr und Hafenstraße) stehen viele weitere Vorhaben auf dem Programm.

So ist beispielsweise die Sanierung in der Anton-Bruckner-Straße in Tulln geplant und in Langenlebarn wird der Straßenrückbau der LB14 (Tullner Straße / Wiener Straße) weitergeführt. Straßen-Erweiterungen sind in Tulln (Komponistenviertel) und in Nitzing (Landstraße) vorgesehen. Ab 2024 werden gezielt die Tullner Siedlungsgebiete Judenauer und Langenlebarner Viertel in Angriff genommen.

Ausbau der Schulen

Die Schaffung entsprechender Infrastruktur ist eine der Kernaufgaben von Gemeinden. Im Bereich der Schulen werden 2022 gleich mehrere Großvorhaben gestartet: In der HAK Tulln wird mit dem Bau eines multifunktionalen Zubaus begonnen, der vielfältig genutzt werden kann. Auf rund 280 m² werden unter anderem eine Aula mit Aufenthaltsmöglichkeiten und Raum zum Selbststudium oder für Projektarbeiten, ein Seminar- bzw. Veranstaltungsraum sowie ein neuer Eingangsbereich entstehen.

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Die Allgemeine Sonderschule ist derzeit in der MS Marc Aurel untergebracht. Als Teil der Sonderschulgemeinschaft ist die Stadt 2022 an der Errichtung eines neuen Gebäudes beteiligt.
Foto: Wagner

Als Teil der Sonderschulgemeinschaft ist die Stadtgemeinde Tulln weiters an der Errichtung eines neuen Schulgebäudes für die Allgemeine Sonderschule sowie eines Turnsaals für die Polytechnische Schule beteiligt. Für den Planungsbeginn zum Umbau der Volksschule Langenlebarn sind Mittel in Höhe von 10.000 Euro budgetiert.

LISA.Tulln: Innovativer öffentlicher Verkehr

2022 werden weitere Schritte zur Umsetzung eines innovativen öffentlichen Verkehrsangebotes gesetzt: LISA.Tulln soll eine optimale Kombination aus Linienverkehr, On-Demand Shuttle, Sharing-Angeboten, aktiver Mobilität und moderner Infrastruktur bieten. Mittels flexiblen Shuttle-Fahrzeugen sollen Verkehrsknotenpunkte und Ziele wie das „Haus der Digitalisierung“ und die Bahnhöfe Tullns rascher, besser und umweltfreundlicher erreicht werden können.

Angesetzt ist das Projekt auf fünf Jahre – vom Dezember 2020 bis Dezember 2025. Der Pilotbetrieb der neuen Mobilitätsdienste startet Ende 2022 und läuft danach für drei Jahre. Stadt Tulln und Land Niederösterreich investieren zu gleichen Teilen insgesamt rund drei Millionen Euro.

Feuerwehrhaus und Eventzentrum Neuaigen

Für die nördlichen Katastralgemeinden Tullns soll künftig ein größeres Feuerwehrhaus zur Verfügung stehen und im Zuge dessen auch ein Raum für Veranstaltungen ergänzt werden. Für den Planungsbeginn zum Umbau des FF-Hauses Neuaigen sind im Jahr 2022 Mittel in Höhe von 50.000 Euro budgetiert.