KreaMont: Durch St. Andrä/Wördern, ohne Bodenkontakt. KreaMont bewegten sich durch das Ortsgebiet, ohne den Boden berühren zu dürfen. Stattdessen kletterten sie oder wurden getragen.

Von David Ulrich. Erstellt am 06. Juni 2021 (05:45)
Hier wird eine der „Bodenlosen“ auf einer Turnmatte durch den Ort getragen.
Schüler KreaMont, Schüler KreaMont

Der Boden ist Lava. Ein Spiel, das viele wohl in ihre Kindheit zurückversetzt, haben Schüler der KreaMont-Privatschule auf das gesamte Ortsgebiet ausgedehnt. Vier „Bodenlose“ mussten kreative Wege finden, von Punkt A zu Punkt B zu gelangen, ohne dabei den Boden zu berühren. Dabei halfen ihnen 13 weitere Schüler, die sie trugen, auf Sackrodeln schoben und das ganze Spektakel filmten.

Die Schüler schieben einen der „Bodenlosen“ ein Stück des Weges auf einer Sackrodel.
Schüler KreaMont, Schüler KreaMont

Im Zuge des Projekts „SchülerInnen auf Abwegen. Kreatives Fortbewegen“ waren nicht nur die Kreativität und Problemlösungsfähigkeit der Schüler gefordert, sie mussten auch einiges an körperlicher Geschicklichkeit beweisen, um den Boden zu umgehen. So verwendeten sie z. B. Parcours-Techniken, um Hindernisse leichter erklimmen oder überwinden zu können und kletterten bis ans Ziel.

Film und Fotos bei Schulabschlussfest

Die Highlights des Projekts, das unter der künstlerischen Leitung von Stefan Novak stattfand, werden in der Form eines „Spaziergangs“ als Film beim Schulabschlussfest in der „Hafenschenke“ am 30. Juni um 17 Uhr präsentiert. Besonders die „schönsten, verwegensten, albernsten, kreativsten und kooperativsten“ Bewegungsabfolgen haben es in den Film geschafft. Auch Fotos und Zeichnungen der Schüler werden ausgestellt.

Das Projekt der KreaMont ist eines von vielen, die im Rahmen des Mostviertler Viertelfestivals unter dem Motto „Bodenkontakt“ von Schülern durchgeführt werden. Als es letztes Jahr vorgestellt wurde, wäre es sehr euphorisch aufgenommen worden, erzählt Stefan Novak. Wegen der Corona-Pandemie musste es jedoch verschoben werden und findet nun von 14. Mai bis 31. Oktober statt.

Normalerweise brauche man eine lange Zeit für ein solches Kunstprojekt, aufgrund der Tatsache, dass sie schon seit letztem Jahr darauf vorbereitet waren, ging es diesmal schneller. Novak wandte sich mit der Frage „Wie kann man ein Projekt Schülern anbieten, das mit dem Thema Bodenkontakt zu tun hat?“ an den Sportlehrer der KreaMont, Wolfgang Kerber. Dieser habe das mit einem breiten Grinsen empfangen und erklärte sich bereit, zuständig für die Planung und Ausführung des Projekts zu sein. Noch zwei weitere Lehrerinnen unterstützten die Schüler: Karin Löser und Edrita Mirtl-Fröhlich.

Im Rahmen des niederösterreichweiten Viertelfestivals mit dem Motto „Bodenkontakt“ befassen sich Schüler etwa mit Ökologie und Umweltschutz, dem Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur, aber auch mit Fragen des gesellschaftlichen Miteinanders.

Von Tanz und Theater bis Parcours-Techniken

Die Umsetzungsmöglichkeiten der Projekte sind vielfältig: Sie reichen von Parcours-Techniken über Tanz und Theater bis hin zur Anlage eines Gartens. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Das Festival steht für viele Kulturinitiativen in den Landesteilen Niederösterreichs. Mit der Verlängerung bis Ende Oktober 2021 hoffen wir gemeinsam, dass möglichst viele Menschen in unmittelbarer Umgebung die verschiedensten Programmpunkte erleben können.“ Das Motto lädt dazu ein, sich mit Methoden der Bodenkontaktpflege sowie mit unterschiedlichen Aspekten des Begriffs der Heimat auseinanderzusetzen. Das Viertelfestival endet am 31. Oktober.