„Wasser marsch!“ in Tulbing. Der Zubau des Wasserwerkes ist bereits in Betrieb. Die Vermischung mit Tullner Wasser erfolgt nun.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 01. Februar 2021 (13:47)

Der Umbau der Wasserversorgung von der Gemeinde Tulbing (Tulbing, Katzelsdorf, Wilfersdorf, Chorherrn und Tulbingerkogel) befindet sich seit Dezember 2020 im Testbetrieb und steht kurz vor Inbetriebnahme.

Mit dem Projekt „Wasserversorgung neu“ wurde der vorläufig letzte große Schritt in die Eigenversorgung und Sicherung der Wasserversorgung der Gemeinde getätigt. Dabei werden zur Zeit die technischen Feinabstimmungen der Anlage vorgenommen sowie die sieben Kilometer Versorgungsleitung aus Tulln gespült und die Einstellungen für die Vermischung des Tullner Osmosewassers (0 Härtegrad) mit dem Tulbinger Trinkwasser (30 Härtegrade) justiert.

Mit der Einspeisung des vermischten Trinkwassers in das Tulbinger Wassernetz wird stufenweise ab 8. Februar begonnen. Je nach Wasserverbrauch wird die Durchmischung des Trinkwassers in den Hochbehältern bis spätestens Ende Februar abgeschlossen sein. Dann liefert das Wasserwerk Trinkwasser mit 14 Härtegrade.

Nach der Sanierung der Hochbehälter Tulbing, Katzelsdorf, Wilfersdorf und Tulbingerkogel sowie einer Erneuerung der kompletten Steuer- und Regelungstechnik in den letzten vier Jahren, wurde im April des Vorjahres der Umbau der gesamten Brunnenanlage nördlich von Katzelsdorf in Angriff genommen. Dabei entstand ein Wassersammelbecken mit einem Volumen von 500.000 Litern. Auch die gesamte Technik zur Vermischung wurde erweitert. Das Investitionsvolumen für diesen Zu- und Umbau sowie die Anpassungen beträgt insgesamt 1,2 Millionen Euro. „Insgesamt wurden rund zwei Millionen Euro in den letzten vier Jahren in die Wasserversorgung investiert“, informiert Tulbings Bürgermeister Thomas Buder.

Durch die Kooperation mit der Gemeinde Tulln war es möglich, einen kommunalen Wasserversorger ins Boot zu holen, der nicht nur den wirtschaftlichen Gewinn im Vordergrund sieht. Gleichzeitig kann damit auch bei einem Ausfall der Brunnenanlage in Katzelsdorf die Versorgung der Tulbinger Gemeinde sichergestellt werden. Aufgrund der Notstromversorgung sowie des vorhandenen Dieselvorrates könnte die Brunnenanlage bis zu einer Woche autark Wasser liefern.

Mit der Zulieferung von Tullner Osmosewasser mit 0 Härtegrad (die NÖN berichtete in der Vorwoche) ist es möglich, das Tulbinger Trinkwasser von rund 30 auf 14 Grad deutscher Härte zu senken, was als mittelhartes Wasser bezeichnet werden kann. Dabei bezahlt Tulbing das von Tulln bezogene Wasser der Tullner Gemeinde, das etwas günstiger als das eigene Wasser sei.

Nach einer Bauzeit von acht Monaten an der bestehenden Anlage konnte ohne Ausfall der Wasserversorgung der Umbau bis auf Restarbeiten abgeschlossen werden. Thomas Buder sagt dazu: „Als Bürgermeister war es mir besonders wichtig, eine langfristige und auch eigenständige Lösung zu finden und die Wasserversorgung nicht zu veräußern.“

Mit der Vermischung des Tulbinger Wassers mit dem aus Tulln wird neben dem Härtegrad auch der Nitratgehalt auf unter 20 mg (Grenzwert 50 mg) reduziert.

Neben der zweimal im Jahr stattfindenden Wasseruntersuchung (Frühjahr und Herbst) passiert das Trinkwasser vor Einspeisung in die Ortsnetze eine UV-Filteranlage. Eine Chlorierung ist nicht notwendig und wird auch nicht gemacht. Außerdem wird das Wasser von den beiden zuständigen Gemeindemitarbeitern Roman Königsecker und Rainer Klug auf Bakterien usw. überprüft.