St. Andrä-Wördern: Bürgerlisten-Misstrauensantrag gegen Ortschef Titz

Finanzausschuss sieht Ungereimtheiten bei Projekten. Ortschef will Sitzung abwarten.

Claudia Wagner
Claudia Wagner Erstellt am 13. Oktober 2021 | 05:48
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Misstrauen gegen Bürgermeister Maximilian Titz.
Foto: ÖVP

Die Finanzen sind Zankapfel der einst Verbündeten: Bis 2020 mit ÖVP und Grünen in der Jamaika-Koalition hat die Bürgerliste nach der Wahl das schwarz-grüne Duo lediglich geduldet, nicht aber aktiv unterstützt. Und nun scheint auch diese Akzeptanz vorbei – die Bürgerliste bringt einen Misstrauensantrag gegen Bürgermeister Maximilian Titz (ÖVP) ein.

Im Fokus: Großprojekte, speziell der neue Bauhof und der Hochwasserschutz beim Hagenbach samt Unterführung.

Kostenüberschreitung „schwer bedenklich“

„Die erwarteten Baukosten wurden massiv überschritten und ich kann nicht alle Entscheidungen nachvollziehen“, erklärt Dieter Gilnreiner, geschäftsführender Gemeinderat und Finanzausschuss-Vorsitzender, das Misstrauen seiner Partei. „Wir wollen aufarbeiten, warum wie viel Geld auf welcher Entscheidungsgrundlage gezahlt wurde.“

Mit rund 3,5 Millionen Euro seien beide Projekte budgetiert worden – mittlerweile liegen die Kosten bei etwa fünf Millionen Euro. „Das ist schwer bedenklich, die Gemeinde muss überdurchschnittlich viele Kredite aufnehmen und sich verschulden. Wir wollen aufzeigen: ,Achtung, da geht es um die Finanzen für die nächsten Jahrzehnte!‘“, unterstreicht Bürgerlisten-Parteivorsitzender Alfred Kögl.

Der Misstrauensantrag wird wohl bei der symbolischen Geste bleiben. Zwei Drittel der Gemeinderäte müssten gegen den Ortschef stimmen. Die Verhältnisse sprechen für Titz: Die Koalitionspartner ÖVP und Grüne haben je acht Mandaten – ihnen gegenüber stehen die SPÖ mit zwölf, die Bürgerliste mit drei und die FPÖ mit zwei Stimmen.

Eine endgültige Entscheidung wird im Gemeinderat fallen – und der ist immer für Überraschungen gut. Ein offizielles und öffentlich bekanntes Datum für die Sitzung dürfte es noch nicht geben – die einen rechnen mit dem 21. Oktober. Der Bürgermeister selbst spricht von Ende Oktober und möchte abwarten. Für eine Stellungnahme sei es zu früh.