Wohnbauprojekt war überdimensioniert. In der Wilhelmstraße wurde der Bau von 48 neuen Wohnungen beworben — zu viele für die Grundstücksfläche.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 23. Juli 2014 (23:59)
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Dieses Haus in der Wilhelmstraße sollte laut unsprünglichen Plänen 48 neuen Eigentumswohnungen weichen. Jetzt laufen Gespräche über das tatsächlich umsetzbare Bauvolumen.NÖN

TULLN / Die Bevölkerung der Stadtgemeinde soll langsamer wachsen. Mit dieser Leitlinie war Bürgermeister Peter Eisenschenk (TVP) bereits in die Gemeinderatswahl 2010 gegangen. Erst vor wenigen Monaten hatte der Gemeinderat einen Baustopp beschlossen, um großvolumige Wohnbauten in nicht dafür geeigneten Stadtgebieten zu verhindern.

Wer all das bedenkt, weiß, warum ein Transparent, das auf einem kleinen alten Haus in der Wilhelmstraße den Bau von 48 (!) neuen Wohnungen beworben hatte, rasch wieder verschwand.

„Natürlich ist diese Fläche auch für großvolumigere Bauten geeignet“, betont Eisenschenk, „und natürlich sollen erst Baulandreserven im Stadtgebiet genützt werden, bevor wir neue Baugründe widmen. Aber in der beworbenen Form ist das Projekt für mich inakzeptabel.“ Selbst auf einem 400 m größeren Grundstück in der Brückenstraße (Nähe Pagro-Markt) wurden nur 41 Wohnungen gebaut. 48 Wohnungen wären auf dem kleinen Areal in der Wilhelmstraße also definitiv zu viel.

„Gesellschaftlicher Mehrwert entscheidet"

Immobilienmakler Wolfgang Steiner, der auf dem Transparent als Ansprechpartner ausgewiesen war, hält sich bedeckt: „Die Gespräche mit dem Bürgermeister laufen.“ Mehr könne er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht dazu sagen.

Manfred Hogl, (Mit-)Eigentümer des Grundstückes: „Ich habe nur die Bauoption weitergegeben. Natürlich muss sich der Bauträger an die Tullner Regeln halten, das ist ja selbstverständlich.“
 

Was müsste sich an dem Projekt ändern? Entscheidend für Eisenschenk wäre ein „gesellschaftlicher Mehrwert für die Stadtgemeinde“. Der wäre beispielsweise gegeben, wenn der Zuzug eingebremst und stattdessen günstiger Wohnraum für junge Tullner oder leistbares betreutes Wohnen für Tullner Senioren angeboten würde. Mittlerweile gab es laut Bürgermeister bereits konstruktive Gespräche mit dem Baumeister und dem Immobilienmakler.