Ersthelferin rettete Leben. Zeiselmauer: Der Zweck der „Team Österreich Lebensretter-App“ ist, dass die Rettungskette gut und schnell funktioniert. Auch Zivilpersonen können sich anmelden.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 15. September 2021 (04:36)
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Harald Pöll bedankte sich bei seiner Team Österreich- Lebensretterin Nicole Rabenseifner.
ÖRK/Joseph Krpelan

„Nach einem Radausflug mit meiner Frau ist mir schlecht geworden“, erinnert sich Harald Pöll aus Wien an den Sonntag, 29. August, den Tag seines Herzinfarkts. Der 51-Jährige klagt über Sodbrennen, muss sich mehrfach übergeben und bricht plötzlich auf der Straße vor dem Haus seiner Schwiegermutter in Zeiselmauer zusammen.

Seine Lebensgefährtin alarmiert sofort die Rettung und beginnt mit der Herzdruckmassage. Nur eineinhalb Minuten später ist Nicole Rabenseifner, die nur wenige Straßen entfernt wohnt, vor Ort und führt minutenlang die Herzdruckmassage durch. Dann übernehmen ein First Responder und die Rettungskräfte, die eintreffen. Unmittelbar danach wird er mit bereits wieder selbst schlagendem Herzen mit dem Hubschrauber ins AKH nach Wien geflogen.

„Ich war mit meinem Mann und den Kindern zuhause. Wir sind gerade von einer Geburtstagsfeier nach Hause gekommen“, erinnert sich Nicole Rabenseifner an den Moment der Alarmierung über die Team Österreich Lebensretter-App. „Ich bin sofort hin. Beim Näherkommen habe ich gesehen, dass ein Herr auf der Straße liegt. Ich habe seine Lebensgefährtin informiert, dass ich die Ersthelferin bin und habe die Herzdruckmassage fortgesetzt“, sagt die zweifache Mutter.

„Ich finde es wichtig, zu helfen und hoffe, dass ich Vorbild für meine Kinder bin."

Die 41-Jährige, die sich auch bei der FF Zeiselmauer engagiert, meldete sich 2018 nach einem Erste-Hilfe-Kurs als Team Österreich Lebensretterin. „Ich finde es wichtig, zu helfen und hoffe, dass ich Vorbild für meine Kinder bin. Es kann so schnell gehen, dass im eigenen Umfeld etwas passiert. Jeder wünscht sich, dass dann jemand da ist, der hilft“, sagt Nicole Rabenseifner.

„Aktuell geht es mir soweit gut. Ohne meine Lebensretter wäre ich heute nicht hier. Ich hatte Glück, dass jemand da war. Die Rettungskette hat perfekt funktioniert“, sagt Harald Pöll.

Team Österreich Lebensretter-App

Es gibt Notfälle, da zählt jede Minute. Oft ist Hilfe nur wenige Meter entfernt. Diesen Vorteil nutzt die 2015 gestartete Initiative „Team Österreich Lebensretter“, die das Österreichische Rote Kreuz mit Hitradio Ö3 gestartet hat. Wird ein Notruf abgesetzt, werden über die Team Österreich Lebensretter-App registrierte freiwillige Ersthelferinnen und Ersthelfer alarmiert, wenn es in ihrer unmittelbaren Nähe zu einem Atem-Kreislauf-Stillstand kommt. So sind sie innerhalb weniger Minuten vor Ort und können vor Eintreffen der Rettungskräfte mit der Herzdruckmassage beginnen. 

Mehr Infos unter: www.roteskreuz.at/ich-will-helfen/team-oesterreich-lebensretter
Infos zu Erste-Hilfe-Kursen: www.erstehilfe.at .

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