Verkehrssperre verursacht Chaos im ganzen Ort. Der Bahnübergang der Landesstraße B14 wurde gesperrt, die Umleitungsführung ist stark mangelhaft.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 31. Juli 2019 (04:38)
Gutscher
Norbert Payr zeigt das Umleitungsschild in Zeiselmauer bei der Kreuzung B14 und Bahnstraße.

Unzureichende Beschilderung der Sperre von den beiden Bahnübergängen beim Gewerbegebiet Ost, aber vor allem bei der B14 sowie eine Verkehrssperre der Türkengasse, ausgenommen von Bussen und Anrainern, sorgen seit Tagen für ein Verkehrschaos im Ort.

So machte sich NÖN-Mitarbeiterin Monika Gutscher mit dem betroffenen Anrainer Norbert Payr (Gasthof zum lustigen Bauern) am Montagvormittag auf den Weg, um sich vor Ort ein Bild von der Lage machen zu können.

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Die Türkengasse ist gesperrt, über die Bahngleise führt kein Weg. Lenker müssen großflächig ausweichen und zurück Richtung St. Andrä-Wördern.Quelle: Gemeinde; Karte: Google Maps; NÖN-Grafik: Bischof

Von Tulln kommend, werden die Autofahrer darauf aufmerksam gemacht, dass sie, wenn sie nach St. Andrä-Wördern fahren möchten, über Königstetten/Wolfpassing fahren müssen. Bei der Kreuzung B14-Bahnstraße erfährt man, dass die Zufahrt bis zur Eisenbahnkreuzung gestattet ist, die Kreuzung auf der B14 ist gesperrt, nämlich von Dienstag, 23. Juli, 15 Uhr bis Samstag, 3. August, 8 Uhr. Dann ist sie voraussichtlich passierbar, allerdings ist sie von 7. August 15 Uhr bis 19. August 22 Uhr nochmals gesperrt.

Zu Beginn der Sperre trat schon das erste Problem auf, denn am 23. Juli war nicht erst ab 15 Uhr gesperrt, sondern bereits schon um 8 Uhr. „Die ÖBB begann zu früh mit den Arbeiten“, berichtete Bürgermeister Walter Grosser. „Davon wurden nicht einmal die Busfahrer in Kenntnis gesetzt, sie mussten direkt vor der Sperre mit ihren Insassen wenden“, sagte Norbert Payr vom Start in die „Katastrophe“.

Umsatzeinbußen durch Sperre

„Ich bin absolut zornig, denn den Bescheid gab es schon seit März. Ich bin erst im Mai auf wiederholte Nachfrage informiert worden, allerdings nur über die tage- beziehungsweise stundenweise Sperre, und nicht so wie es jetzt ist, über diese Totalsperre“, ärgert sich Payr. Er habe sich nach dieser Information gerichtet. „Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich keine Saisonalkräfte eingestellt. So habe ich enorme Umsatzeinbußen.“

Sperre spaltet Ort in Nord und Süd

Das Hauptproblem an der Bahnübergangssperre ist allerdings jenes, dass normalerweise die Umleitung über die Türkengasse (siehe Grafik) erfolgt. Diese ist allerdings gesperrt, und nur Anrainer und Busse dürfen passieren. Dies erfahren die Autofahrer allerdings erst direkt am jeweiligen Beginn der Türkengasse. Also müssten die Lenker wenden und über St. Andrä-Wördern und Wolfpassing fahren, um an das andere Ende der Türkengasse zu gelangen. Payr fordert daher: „Ich möchte, dass meine Gäste straffrei zu mir kommen können. Durch diese Straßensperre sind Nord- und Süd-Zeiselmauer getrennt.“

Von dieser Sperre und Umleitungsführung ist nicht nur der Gasthof zum lustigen Bauern, sondern auch der Penny-Markt, die Ärztin Evelyn Boulanger, die Kirche und weitere Anrainer betroffen. Wenn man nördlich des Bahnüberganges wohnt und zum Penny-Markt einkaufen möchte, müsste man über Wolfpassing und St. Andrä-Wördern fahren.

„Eine Bewohnerin der Feldgasse (Anm.: in Nord-Zeiselmauer) musste eine Strafe von 50 Euro zahlen, weil sie durch die Türkengasse fuhr“, erzählte Payr. Auch nutzten viele Autofahrer die Feldgasse und den darauf folgenden Feldweg zur Umfahrung über das Betriebsgebiet, die allerdings nur für Lkw, Anrainer und Radfahrer erlaubt ist. Beim Lokalaugenschein durch die NÖN traf man auf viele irritierte Autolenker, aber nicht nur hier, sondern eben auch vor allem in der Türkengasse.

„Wir haben wegen der Umleitung viele Beschwerden erhalten"

In St. Andrä beim Kreisverkehr gibt es zwar ein Umleitungsschild nach Tulln und Zeiselmauer, doch die weitere Beschilderung fehlt beziehungsweise ist falsch. In Wolfpassing, wo man eigentlich rechts nach Zeiselmauer abbiegen sollte, zeigt ein kleines Schild allerdings an, dass man geradeaus weiterfahren müsse.

Das provisorische Schild kann auch der Sturm in der Vornacht gedreht haben. Weitere Umleitungsschilder nach Zeiselmauer gibt es dann nicht mehr. „Wir haben wegen der Umleitung viele Beschwerden erhalten. Auch ich bin mit der Art der Beschilderung unzufrieden. Das muss verbessert werden“, klagt Grosser.

So erfolgt am Dienstag (nach Redaktionsschluss) eine neuerliche Begehung der Baustellenführung. Die Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing sowie die Bezirkshauptmannschaft informierten: „Bei dieser Begehung wird versucht, eine Lösung zu erwirken, um alle Betroffenen möglichst zufriedenzustellen.“

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