Ist ein schwarz-grüner Coup in Planung?. SPÖ-Bürgermeisterin wirft ÖVP mangelnde Handschlagqualität vor und richtet sich mit einem Schreiben an die Bürger. Konstituierende Sitzung wird Klarheit bringen.

Von Monika Gutscher. Erstellt am 01. April 2020 (04:00)

Ein knappes Mehrheitsverhältnis bringt noch einmal Zündstoff in die Koalitionsverhandlungen in der Gemeinde. Die SPÖ mit neun Mandaten liegt vor der ÖVP mit acht Mandaten. Die Grünen haben nun, nach Entscheidung der Landeswahlbehörde, drei anstelle von zwei Mandaten. Eduard Roch zieht nun mit seiner Liste alleine in den Gemeinderat ein.

Nach dem Tod von Bürgermeister Walter Grosser wurde am 29. Jänner Regina Blondiau-Köllner mit 13 von 16 Stimmen zur Übergangsbürgermeisterin gewählt, denn ÖVP und SPÖ verständigten sich bereits im Vorfeld darauf, den Kandidaten der stimmenstärksten Partei die Unterstützung zuzusagen.

Doch nun, kurz vor der konstituierenden Sitzung am 2. April, wandte sich die Bürgermeisterin mit einem Schreiben an die Bevölkerung. „Die Koalitionsverhandlungen in Zeiselmauer-Wolfpassing sind gescheitert. ÖVP und Grüne haben eine knappe Mehrheit und drängen somit die Wahlsiegerin SPÖ in die Opposition. Aus Sicht der SPÖ sollte in einer so schwierigen Zeit der Coronakrise eine breite Mehrheit und ein Zusammenhalten ausschlaggebend sein“, sagt Blondiau-Köllner. Auf Nachfrage durch die NÖN könne Spitzenkandidat Martin Pircher nichts zu diesem Brief sagen. Er verwies auf die Wahl am kommenden Donnerstag, und seitens der ÖVP „wird es einen Wahlvorschlag geben.“

Die SPÖ richtet deshalb die direkte Frage an Martin Pircher: Ist der Bürgermeistersessel so wichtig, dass trotz Vereinbarung eine so instabile Mehrheit eingegangen wird?

Die Sitzung am Donnerstag (auf Abstand, ohne Öffentlichkeit) wird Klarheit bringen.