Lederhosen- und Feitlclub stellt Vereinstätigkeit ein. Ende einer Legende in Zeiselmauer-Wolfpassing: Der 1. Tullnerfelder Lederhosen- und Feitlclub stellte nun endgültig seine Vereinstätigkeit ein.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 24. Juli 2021 (04:22)
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Im Jahr 2017 feierte der „Erste Tullnerfelder Lederhosen- und Feitlclub“ beim Riesenfeitl in Zeiselmauer 25-jähriges Bestehen; Bildmitte (grüne Jacke) der Gründer und langjährige Obmann Heinz Niedermayer.
Gutscher, Gutscher

Nie ohne Feitl unterwegs - sonst muss man Strafe zahlen! Das war eine der zahlreichen Richtlinien im Ersten Tullnerfelder Lederhosen- und Feitlclub (TULF), der Jahrzehnte hindurch das Vereinsleben der Region durch seine vielfältigen Aktivitäten bereichert hat.

Niederösterreichs größter Feitlclub veranstaltete monatliche Frühschoppen, Ausflüge, Wanderungen und Treffen mit anderen Feitlclubs. Die stets in Tracht und vor allem in Lederhosen gewandeten Mitglieder des Vereins prägten das Erscheinungsbild zahlreicher Veranstaltungen der vergangenen Jahre.

„Mein Herz blutet, der Verein war mein Ein und Alles!“ Heinz Niedermayer, Gründer und „Seele“ des Vereins

Doch den Club gibt es jetzt nicht mehr. Der endgültigen Auflösung vorangegangen waren über Jahre andauernde Querelen rund um die Funktion des Obmannes und ein damit verbundener oftmaliger Wechsel der Vereinsleitung.

„Mein Herz blutet!“, klagt TULF-Gründer und „Seele“ des Vereins, Heinz Niedermayer. Sein Name ist untrennbar mit dem TULF verbunden. Bereits 2009 musste er aus gesundheitlichen Gründen nach 17-jähriger Tätigkeit seine Funktion zur Verfügung stellen, blieb aber trotz schwieriger Zeiten dem Club treu.

Da sich damals niemand fand, der die Leitung des TULF übernehmen wollte, erfolgte die Beantragung zur Auflösung mit 31. Dezember 2009. Doch schließlich übernahmen Elisabeth Kostubiek und Helmut Gamperl die Vereinsleitung. Somit konnte das Aus verhindert und im Herbst 2012 20-jähriges Bestehen gefeiert werden.

Bereits ein Jahr später wurde Karl Kainz zum neuen Obmann mit Elisabeth Kostrubiek an der Seite gewählt. Im Jahr 2015 wurde auch Egon Korb in die Vorstandsleitung gewählt. Den nächsten und letzten Wechsel an der Spitze des Clubs gab es im Frühjahr 2019, wo Gabriele Thum zur Obfrau und Barbara Fischer zur Stellvertreterin gewählt wurden.

Im Rahmen eines Dringlichkeitsantrages wurde in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen, dass das Vereins-vermögen an die Jugend der beiden Feuerwehren und die Pfadfinder (je 1.000 Euro) sowie 500 Euro an die Gemeinde für die Erhaltung des übergroßen, einst im Bahnhofspark aufgestellten Feitls gehen soll. Dieser soll in Erinnerung an glanzvolle TULF-Zeiten dort bestehen bleiben.