Bezirk Tulln: Nikolaus darf nicht ins Haus. Viele Vereine, aber auch Pfarren, verzichten heuer auf traditionelles Fest.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 02. Dezember 2020 (03:42)
Susanne Pointner ist dem Nikolaus Wolfgang Pointner beim Ankleiden behilflich, der heuer nicht so viel im Einsatz sein wird.
Urbanitsch

Die neue Covid-Verordnung sagt, dass der Nikolausbesuch in die geltende Ausnahmeregelung „berufliche Zwecke“ fällt und somit erlaubt ist. Der von den Kindern lang ersehnte Nikolaus darf jetzt doch auch im Corona-Lockdown kommen, allerdings nur bis vor die Haustüre. Die Abstandsregeln müssen beachtet werden.

Wolfgang Pointner freut sich über den Beschluss, er war jahrelang im Auftrag des Heiligen Nikolaus unterwegs und kennt die leuchtenden Augen der Kinder.

„Ich habe die Befürchtung, dass der Mindestabstand auch im Freien unterschritten wird.“ Sylvia Pribil, Reitstall Langenlebarn

„Ich nahm viele private Anfragen in der Pfarre St. Stephan wahr, besuchte auch Kindergärten, war im Krankenhaus und sogar bei den Kleinsten beim Babyturnen der Mutter-Kind-Runde in der Pfarre“, erinnert sich Wolfgang Pointner, der als Nikolaus sehr beliebt ist und mit Humor, Fingerspitzengefühl und Empathie Nächstenliebe praktiziert. Heuer hält sich die Nachfrage nach dem Nikolausbesuch allerdings in Grenzen.

Damit das Fest des Heiligen Nikolaus nicht ganz unter den Tisch fällt, kam Pfarrer Christoph Kowalski von der Tullner Pfarre St. Stephan auf die Idee, Nikolaussackerl für die Kinder in der Kirche bereitzustellen.

Auch am Fliegerhorst kommt kein Nikolaus

Die meisten Vereine verzichten heuer auf ein Fest, „es ist wirklich sehr schade, wir hätten heuer unseren 61. Kindernikolaus am Fliegerhorst, das ist jedes Jahr ein Highlight“, weiß Markus Auinger, Präsident der Unteroffiziersgesellschaft.

Auch der Nikolaus der Stadtgemeinde Tulln wird heuer nicht mit dem Hubschrauber am Hauptplatz in Tulln landen können. Aber eine kleine Überraschung ist dennoch geplant. „Aber nur dann, wenn die Geschäfte am 8. Dezember wieder aufsperren dürfen, dann soll ein leuchtender Engel auf Stelzen durch die Innenstadt ziehen“, so Verena Melzer von der Stadtgemeinde. Aber vielleicht findet man ja den Nikolaus auch online im Tullner Adventkalender.

Reitstallbesitzerin Sylvia Pribil aus Langenlebarn ist „jetzt generell vorsichtig.“ Bei uns gibt es heuer kein Nikolausfest und auch kein Weihnachtsreiten.

„Ich befürchte, dass auch im Freien der Mindestabstand unterschritten wird. „Der Reitunterricht ist ja sowieso nicht erlaubt, eigene Pferde darf man aber reiten, unser Stüberl ist ebenso gesperrt. In der Stallkammer darf nur eine Person sein.“

„Sogar die dem Heiligen Nikolaus geweihte Kirche in Langenrohr muss heuer ohne Nikolaus auskommen“, zeigt sich Provisor Jai Prakash Kujur betroffen. „Wir sind im Lockdown und werden auf jeden Fall nichts riskieren.“

Im Pfarrverband Sieghartskirchen, Judenau, Freundorf und Ried am Riederberg initiierte Dechant Gregor Slonka einen „Advent zum Mitnehmen“ vor der Kirche. Das ist ein Säckchen mit einem Fläschchen Weihwasser, ein Gebet, Tee, Schokolade, eine Kerze und Weihrauchkörner sowie Gedanken für den Advent.

Auch die Senioren werden bedacht: „Sie bekommen ein kleines Geschenk an die Haustüre“, erklärt der Dechant, der auf diesem Wege allen Menschen einen besinnlichen Advent wünscht.

Umfrage beendet

  • Begrüßt ihr die Ausnahme für Nikolaus-Besuche im Corona-Lockdown?