Volksbank wandert aus Sieghartskirchen ab. Am 27. Juli öffnet die Filiale in Sieghartskirchen zum letzten Mal. Ab 28. Juli werden die Kunden von Tulln aus betreut und erhalten Kadlec-Gutscheine.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 26. Juni 2020 (03:29)
Die Volksbank-Filiale in der Pressbaumer Straße in Sieghartskirchen wird mit Ende Juli geschlossen.
Peischl

Die Tage der Volksbank-Filiale in Sieghartskirchen sind gezählt: Als letzter Öffnungstag wurde bereits Montag, 27. Juli, fixiert. Ab 28. Juli werden die Kunden von der großen Bankstelle in Tulln aus betreut.

„Überbordende Regulatorien und die starke Nutzung von Internet-Banking machen die Bündelung von Kompetenzen notwendig“, begründet Marketingleiter Peter Digruber diese Entscheidung, „mittlerweile nutzen mehr als zwei Drittel unserer Kunden ausschließlich Internet-Banking. Das restliche Drittel besucht im Schnitt nur einmal im Monat eine Bankfiliale.“ Gleichzeitig wolle die Volksbank durch die Bündelung der Kräfte in größere Einheiten auf die zunehmende Komplexität des Bankgeschäfts reagieren.

Sämtliche Kunden der Volksbank Sieghartskirchen wurden bereits schriftlich informiert. Giro- und Sparkontonummern bleiben gleich, genauso wie Bankomat- und Kreditkarten. Als Trostpflaster erhalten sie beim ersten Besuch der Volksbank Tulln einen 15-Euro-Gutschein der beliebten örtlichen Kaffee-Konditorei Kadlec.

Auch für die Mitarbeiter der Filiale ändert sich lediglich der Dienstort. Monika Gassner (Regionalleitung) wechselt mit ihren Kollegen Irene Bruckner und Michael Herzig nach Tulln, die Kommerzkundenberater Lukas Kreizinger und Ronald Winkler sowie Anlagenberater Wolfgang Schön sind bereits dort stationiert.

Bürgermeisterin Josefa Geiger ist verärgert: „Ich verstehe, dass man wirtschaftlich handeln muss, aber ich bin enttäuscht, dass man kein Gespräch mit der Gemeinde gesucht hat: Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Jüngere Kunden hätten vermutlich kein Problem damit, nach Tulln zu fahren. Aber es sei traurig, dass gerade die älteren Kunden, die ja die Bank auch mitaufgebaut haben, mit dieser Schließung vor den Kopf gestoßen werden.