Pflegekrise: Lösung für 90-Jährige gefunden. Über Gemeindegrenzen hinaus wurde der betagten Elisabeth Greiner in Coronakrise geholfen.

Von Maria Knöpfl. Erstellt am 27. April 2020 (03:29)
Christa Falkner von der Zeitbank Zwentendorf betreut Elisabeth Greiner aus Moosbierbaum. Die beiden kochen und essen gemeinsam.
privat

Die Hilfsbereitschaft der Zwentendorfer ist weiterhin ungebrochen. Leider warten manche Menschen zu lange auf die Abgabe eines Hilferufes und dann müssen akute Probleme gelöst werden.

„Sie sind mein Lichtblick“ begrüßte Elisabeth Greiner aus Moosbierbaum die Gemeindeschwestern vor vier Wochen. Die vertraglich beauftragte Betreuerin für die fast 90-jährige Frau durfte an der ungarisch/österreichischen Grenze nicht einreisen.

Gemeinsam mit dem NÖ Hilfswerk fanden die Gemeindeschwestern eine Lösung. Die Pflege wurde vom Mobilen Dienst übernommen und die Tagesbetreuung von einem Mitglied der Zeitbank aus Zwentendorf. „Wir kochen jeden Tag gemeinsam, meist ganz einfache Gerichte, wie eine kräftige Hühnersuppe oder eine Erdäpfelsuppe, weil ich die immer schon gerne gegessen hab“, so Elisabeth Greiner. „Ich war vorher meinem Leben schon richtig überdrüssig, weil ich nichts mehr machen konnte - ich war einfach zu schwach und viel allein. Jetzt habe ich wieder Freude, überhaupt wenn Christa Falkner von der Zeitbank Zwentendorf kommt und mit mir kocht und wir gemeinsam essen. Da schmeckt‘s mir doppelt so guat. Sie is mei Lichtblick“ - so die überglückliche Frau aus Moosbierbaum.

Bürgermeisterin Marion Török freute sich sehr über die Mitteilung, dass die vier an dem Virus erkrankten Personen aus Zwentendorf wieder gesund sind. Damit in der Bevölkerung die Hemmschwelle zur Annahme der Hilfestellung genommen wird, sind seitens der Vitalen Gemeinde ab sofort Telefongespräche mit allen Bewohner der Generation 70+ geplant.