Vor Eifersucht die Faust gezückt. 26-Jähriger sah rot und schlug Nebenbuhler nieder. Vor Gericht setzt es Strafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 22. Juni 2018 (05:28)
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Als ein 26-Jähriger aus Zwentendorf seine Freundin mit einem anderen in einem Lokal beim Händchenhalten erwischte, sah er rot. Dem Nebenbuhler (40) verpasste er einen Faustschlag. Der wiederum soll zur Attacke geschritten sein. Beide Männer sitzen nun am Landesgericht vorm Strafrichter.

„Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Ich habe aus heiterem Himmel eine ins Gesicht bekommen und bin gestürzt. Meine Brille war kaputt, ich hatte Schnittwunden an der Wange, an der Stirn und am Rücken“, sagt der 40-Jährige.

„Ich bin mir keiner Schuld bewusst"

Völlig anders die Version des 26-Jährigen; „Ich hab’ gar nichts gemacht, er war komplett betrunken und hat mir gleich eine auf die Nase gegeben. Ich bin umgefallen, wieder aufgestanden und habe ihm eine als Retourkutsche zurückgegeben“, erzählt dieser Angeklagte. Warum er das gemacht hat? „Weil es wehgetan hat“, erklärt er. Und fügt hinzu: „Er hat gesagt, wenn ich ihm die Brille zahle, dann zeigt er mich nicht an. Da hat er mich wohl angelogen.“ Ob es Zeugen gibt? „Die waren doch alle betrunken.“

„Ich zweifle an Ihrer Glaubwürdigkeit. Sie hatten schon einmal eine Auseinandersetzung mit dem Mitangeklagten, offensichtlich sind sie sehr eifersüchtig“, sagt der Richter zu dem 26-Jährigen und verurteilt ihn zu vier Monaten bedingt. Der 40-Jährige hingegen wird von Körperverletzung freigesprochen. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig.