ÖBB auf gutem Weg. VCÖ-BAHNTEST / Ergebnisse des Tests zeigen Verbesserungen, dennoch liegt noch eine gewisse Unzufriedenheit vor.

Erstellt am 30. August 2011 (08:31)
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VON KERSTIN KREBS

BEZIRK MISTELBACH / Die ÖBB konnten im vergangenen Jahr das hohe Niveau halten - das zeigen die Ergebnisse des Bahntests des Verkehrsclubs Österreich.

12.750 Fahrgäste wurden dazu österreichweit nach ihrer Zufriedenheit mit den ÖBB befragt und gaben durchwegs gute Noten. Am besten wurden die Freundlichkeit des Personals und die Pünktlichkeit bewertet.

Für den Bezirk Mistelbach relevant ist die Schnellbahnlinie S2 und die Zubringer-Bahn in Obersdorf.

Der Nationalratsabgeordnete Hubert Kuzdas sieht im Wagenmaterial noch ein Verbesserungspotenzial. „Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Das Wagenmaterial hat ein gewisses Alter am Buckel und wird jetzt sukzessive ausgetauscht“, bestätigt Kuzdas. Auch für Landesrat Karl Wilfing herrscht bei den Zuggarnituren Optimierungsbedarf: „Wir sind bereit, einen Preis dafür zu bezahlen und dies vertraglich zu fixieren.“

„Die Zubringerstrecke Bad Pirawarth - Obersdorf gehört attraktiv gehalten. Zum Beispiel dadurch, dass die Abfahrts- und Ankunftszeiten auf die Schnellbahn abgestimmt werden. Es kommt öfters vor, dass man nur mehr die Rückleuchten von der S-Bahn vorbeifahren sieht. Wenn der Zubringer fünf Minuten früher ankommen würde, könnte man ohne Hektik zum Bahnsteig der S-Bahn gehen“, schlägt Kuzdas vor.

Hinsichtlich der Pünktlichkeit sind sich Kudzas und Wilfing einig. „Die Verspätungen der ÖBB haben sich tatsächlich verringert. In letzter Zeit gab es oft Probleme wegen des Schienenersatzverkehrs zwischen Mistelbach und Wolkersdorf. Aber solche Umbauarbeiten dienen ja gerade der Verbesserung der Bahnleistung“, stellt Kuzdas fest. „Bei Hauptpendlerstrecken zum Beispiel sollten die Züge im Viertelstundentakt fahren“, meint Landesrat Wilfing.

Die schlechteste Note beim VCÖ-Bahntest gab es bei der Sauberkeit der WCs. Auch die generelle Sauberkeit in den Zügen lässt zu wünschen übrig. „Die Schweizer sind sehr stolz auf ihre Bahn. Da wirft keiner seinen Müll auf den Boden. Das ist in Österreich leider nicht der Fall“, bedauert Kuzdas. Wilfing führt das Problem auf die alte Waggonausstattung zurück: „Bei veralteten Zuggarnituren ist man leichter dazu geneigt, keine Rücksicht zu nehmen“.

„Es wäre von Vorteil, überall einen Internetanschluss einzurichten, damit Pendler auch während der Fahrt arbeiten können“, ergänzt Wilfing.