Angst im Klassenzimmer. Mobbing / Interessante Fakten rund um dieses brisante Thema wurden Eltern und Lehrern an einem Info-Abend vermittelt. Es gab viele Lösungsansätze zu diskutieren.

Erstellt am 22. Januar 2013 (00:00)
NOEN, Knotz
VP-Bürgermeister Fritz Quirgst, Elisabeth Birklhuber, Bettina Bergauer-Culver, Marion Kriesel, Sabine Nolte, BORG-Direktor Andreas Breitegger und Brigitte Hofmann (von links). Foto: Knotz
Von Robert Knotz

DEUTSCH-WAGRAM / Die Elternvereine der Neuen Mittelschule, des Bundesoberstufen-Realgymnasiums (BORG) und des Gymnasiums Groß-Enzersdorf luden am Donnerstag zu einem Infoabend zum Thema „Mobbing unter Schülern“ ein.

Elisabeth Birklhuber, Familienberaterin und Vortragende der „NÖ-Elternschule“, definierte den Begriff „Mobbing“ gleich zu Beginn: „Mobbing ist, wenn ein Schüler wiederholt und über eine längere Zeit durch einen anderen Schüler oder mehrere Schüler negativen Handlungen ausgesetzt wird. Dabei ist das Kräfteverhältnis asymmetrisch.“ Man unterscheidet zwischen körperlichem Mobbing und nicht-körperlichem Mobbing. Zu körperlichem Mobbing gehört Treten, Schlagen, Schubsen, Spucken, Beschädigen von Besitz, Diebstahl und Erpressung.

Nicht-körperliches Mobbing umfasst Ärgern, Reizen, Beschimpfen, Drohen, Ausschließen aus der Gruppe sowie Verleumdungskampagnen, wie etwa in Social Networks wie Facebook und Co. Der Nährboden für Mobbing sind unter anderem geringes förderndes Lehrerengagement, schlechte soziale Beziehungen unter Schülern, negative Lehrer-Schüler-Beziehung, restriktives Erziehungsverhalten seitens der Schule, negative Lernkultur und starker Leistungsdruck.

„Eine der Hauptursachen für Mobbing sind unausgetragene Konflikte. Oft wird eine ganze Klasse oder Gruppe mit hineingezogen. Meist finden die Täter mehr Verbündete als die Opfer. Dabei spielt weniger Sympathie eine Rolle als vielmehr die Angst davor, ebenfalls schikaniert zu werden. Das typische Opfer gibt es nicht, selbst wenn ein Mensch ,anders‘ ist, gibt dies niemandem das Recht, ihn deshalb zu schikanieren“, meint die Familienberaterin.

Betroffene können zur Abhilfe ein klärendes Gespräch mit den Verursachern suchen, in zweiter Linie steht das Gespräch mit Klasensprechern, Lehrern und Eltern.

Es sollte ein „Mobbing-Tagebuch“ geführt werden, worin Datum, Zeit, Ort und Beteiligte genau festgehalten werden.