Eine ungewollte Zeitreise. Die zwölfjährige Sabrina Meixner brachte Jury und Zuhörer mit ihrer Geschichte zum Lachen und konnte so einen der drei Hauptpreise gewinnen.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 25. Juni 2014 (14:32)
NOEN, Heindl
Mit ihrer witzigen Geschichte gewann Sabrina Meixner nicht nur einen Hauptpreis, sondern auch die Herzen der Zuhörer.

KLOSTERNEUBURG / Sabrina Meixner besucht die dritte Klasse der NMS Hermannstraße. Mit ihrer Geschichte verzauberte sie die Jury.

Eine ungewollte Zeitreise

Ich heiße Vanessa und bin 16 Jahre alt. Mein Vater war ein Entdecker, der gerne an verschiedenen Dingen herumbastelte und davon träumte, ein bekannter Erfinder zu werden. Nun ja, er war nicht gerade Berühmt für seine Erfindungen. (...) Doch hie und da, schaffte er es doch, uns zu überraschen.

(...) Seitdem waren wir eher genervt, wenn mein Papa wieder stundenlang im Keller verschwand, um sich was Neues auszudenken. Jetzt erzähle ich euch über eine Schöpfung meines Vaters, die wohl sein bestes Werk war und ihn doch noch zu einem berühmten Erfinder machte.

Es war genau vor drei Jahren. Ich war damals 13 und überaus neugierig. Meine Mutter und ich saßen im Wohnzimmer und schauten fern. Mein Papa hingegen lief im Zimmer auf und ab, dabei runzelte er immer wieder seine Stirn und murmelte vor sich hin. Meine Mama meinte: (...) Wir beide wussten, dass es bald wieder soweit war. Unser Erfinder würde bald wieder zuschlagen! Papa nahm keine Notiz von uns, zu sehr war er in Gedanken versunken. „Ich hab’s, das wird genial“, rief er plötzlich mit jauchzender Stimme auf. Dabei hob er die Hände und verschwand eilig im Keller. „Nicht schon wieder!“, sprach meine Mama. Auch ich war gerade nicht begeistert von seinem Vorhaben. Uns war dennoch bewusst, dass wir ihn davon nicht abhalten konnten.

(...) Er tat sehr geheimnisvoll, genau das erweckte meine Neugier. „Ich möchte nicht, dass jemand in den Keller geht. Ich habe große Pläne und ich glaube, ich bin nahe dran, sie zu verwirklichen“, befahl er und, als wir beim Nachtmahl saßen. (...) „Egal, solange er uns nicht in die Luft jagt, ist mir alles recht“, äußerte sich meine Mutter. „Nein, nein, habt keine Sorge. Ihr werdet es bald erfahren. Noch müsst ihr euch gedulden“, teilte er uns mit. Mir gab das natürlich keine Ruhe. Nur all zu gerne wollte ich wissen, was er diesmal aushecken würde.

Wie ich dann nach einiger Zeit beobachtete, wie er den Kellerschlüssel in der Blumenvase versteckt hatte, schlich ich mich, nachdem meine Eltern zu Bett gegangen waren, zu dem Versteck.

(...) Was ich sehen konnte, war ein komisches Ding mit vielen Knöpfen. In der Mitte befand sich ein Stuhl. Ich dachte: „Sieht wie ein Armaturenbrett aus. Hmmm.“ Ich grübelte und überlegte, doch ich begriff nicht, was es sein könnte. Interessiert setzte ich mich in dieses Objekt. Zunächst wartete ich eine Weile, als sich aber nichts rührte, drückte ich auf den Knöpfen wahllos herum.

Unerwartet begann mein ganzer Körper zu zittern. Ich hatte das Gefühl, in einer Achterbahn zu sitzen, nur viel heftiger. (...) Schnell schloss ich die Augen, denn ich bekam Angst und hoffte, dass es bald vorbei war. In diesem Augenblick bereute ich meine Neugier zutiefst. (...) Schlagartig gab es ein zischendes Geräusch und mit einem kräftigen Ruck, den ich bis in die Zehenspitzen spürte, kam mein Körper endlich zum Stillstand.

Schweißgebadet öffnete ich die Augen, doch oh Schreck, es war stockfinster, ich konnte nichts erkennen und fühlte mich noch dazu sehr eingeengt. Gleichzeitig empfand ich eine wohlige Wärme und hörte dumpfe Stimmen. Ab und zu vernahm ich ein Glucksen und ein Rauschen. Die Stimmen kamen mir bekannt vor, sehr bekannt sogar. Dann wiederum spürte ich ein sanftes Schaukeln und Wiegen (...). „Diese Vertrautheit, ich habe keine Angst mehr, ich fühle mich großartig“, dachte ich. Tastend griff ich um mich. Im Handumdrehen hatte ich ein klitschiges Ding in der Hand. „Also. Ich könnte meinen“, blitzartig war mir klar, wo ich mich befand. Ich war im Bauch meiner Mama!!! (...)