Umweltanalyse grenzüberschreitend. In einer Projektarbeit mit der Partnerschule SOSEP aus Veseli nad Luznici (Tschechien) wurde die Bodenqualität in Abhängigkeit von der Agrarnutzung in der Umgebung der beiden Umweltschulen untersucht.

Erstellt am 01. Oktober 2014 (08:45)
NOEN, HLUW Yspertal
Grenzüberschreitende Bodenanalysen - Die beteiligten Schülerinnen und Schüler der beiden Partnerschulen nach der Präsentation. Projektleiter DI Peter Böhm (1.v.l.), DI Leopold Mang (2.v.l.), Bgm. LAbg. Karl Moser aus Yspertal (Mitte), Bgm. Ing. Vaclav Mateju aus Veseli (Mitte), Dir. HR Johann Zechner (HLUW Yspertal - Mitte), Dir. DI Ladislav Honsa (SOSEP Veseli - Mitte) und Klassenvorstand Mag. Astrid Karl.
Im Rahmen eines fächer- und grenzüberschreitenden Projektes beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler des 4. bzw. heuer 5. Jahrganges der beiden Schulen ein Jahr lang immer wieder mit dem Thema Boden. Ziel der Arbeit war ein Vergleich zwischen österreichischen und tschechischen Böden bei gleicher landwirtschaftlicher Nutzung.

Von je drei verschiedenen Kulturen (Gerste, Mais, Dauergrünland) und mehreren Flächen in Veseli und Yspertal wurden die Erträge sowie wichtige biologische und chemische Bodenparameter im Gelände und Labor bestimmt.

Interessante Erkenntnisse

Analysiert wurden typische Bodenfaktoren wie Korngrößenverteilung, Humusgehalt, Humusform, Wasserkapazität, Feststoffdichte, aktuelle und potenzielle Acidität, Kalkgehalt, Kationenaustauschkapazität, pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium, Magnesium und mineralischer Stickstoff.

Dabei zeigte sich unter anderem folgendes: Alle untersuchten Böden gehörten zur Gruppe der Braunerden. Die österreichischen Flächen waren jedoch durchwegs sandiger, saurer und besaßen daher meist weniger günstige Humusformen. Die pflanzenverfügbaren Mengen an den Hauptnährstoffen waren sehr unterschiedlich, offensichtlich stark von der individuellen Bewirtschaftung einer Fläche beeinflusst.

Nach arbeitsintensiven Monaten der Analyse und Auswertung fand am Mittwoch, 24. September 2014 eine würdige Abschlusspräsentation bei einem feierlichen Festakt in Veseli nad Luznici statt.

Ehrengäste wie der Bürgermeister von Veseli nad Luznici Ing. Vaclav Mateju, Bürgermeister von Yspertal LAbg. Karl Moser und die beiden Schuldirektoren DI Ladislav Honsa (SOSEP Veseli) und HR Dir. Mag. Johann Zechner (HLUW Yspertal) nahmen an diesem Festakt teil. Nicht nur die HLUW Yspertal und die Schule aus Veseli sind Partnerschulen, sondern auch die beiden Gemeinden sind Partnergemeinden.

Neue Kompetenzen für die Schüler

Und was bleibt als Resümee? Katrin Schiller, eine Schülerin der 5A, meint dazu: „Wir haben viele neue Methoden zur Umweltanalytik gelernt. Außerdem gefielen mir der kulturelle Austausch und die sprachlichen Herausforderungen, die bei der Arbeit zu meistern waren.“

„Nicht zuletzt lernten wir vieles über das Management von Projekten“,  ergänzt Mazin Almarashi.  12 verschiedene Analysen von 16 Flächen, aus 2 Ländern mit 40 beteiligten Jugendlichen über ein Jahr lang organisatorisch unter Kontrolle zu halten ist keine Kleinigkeit; diese Herausforderung wurde aber von den Jugendlichen sehr gut gemeistert.

Praktiker als Rezept gegen den Klimawandel

Seit mittlerweile 25 Jahren bildet die HLUW Yspertal, Privatschule des Zisterzienserstiftes Zwettl, Jugendliche sehr praxisbezogen für die nachhaltige Umweltwirtschaft aus. Der vor kurzem veröffentlichte „Österreichische Sachstandsbericht – Klimawandel 2014“ zeigt, dass es notwendig ist, Bewusstsein für diese notwendige Gegensteuerung zum weltweiten Klimawandel zu vermitteln.

Dieses Bewusstsein wurde durch zahlreiche Berichte von Wissenschaftlern bereits geschaffen. Allerdings stellt sich die Frage: „Wer sind jetzt die Umsetzer dieser vorgeschlagenen Maßnahmen?“

Nur davon zu reden ist zu wenig. Man muss schon konkret etwas tun. In diesem neu veröffentlichten Bericht findet man unter dem Punkt „Zusammenfassung für Entscheidungstragende“ die wesentlichen Erkenntnisse, und diese zeigen:
„Wir brauchen nachhaltige, soziale, umweltwirtschaftlich denkende und umweltfreundlich ausgebildete Menschen, also praktisch ausgebildete Umsetzerinnen und Umsetzer!“
Download Klimawandelbericht 2014 http://hw.oeaw.ac.at/APPC_AAR2014.pdf