Erstellt am 17. April 2015, 05:30

Fünf-Tage-Woche!. Nach 50 Jahren fiel bei einer historischen Entscheidung während der Schulgemeinschaftssitzung am Samstag, dem 11. April 2015, die 6-Tage-Woche am letzten Gymnasium in Österreich, das diesen Modus noch führt.

 |  NOEN, © MilRG

Ab September werden nun alle Militärgymnasiasten auf Basis der 5-Tag-Woche jedes Wochenende daheim genießen können.Bereits im März waren die Schul- und Klassensprecher zu einer Gesprächsrunde zum Thema „5-/6-Tage-Woche“ mit dem Schulleiter zusammengekommen.

Pro- und Contra-Argumente aus der Sicht der Schüler

Ziel war es, koordiniert Pro- und Contra-Argumente aus der Perspektive der Schüler zu sammeln und das Thema über die Klassensprecher in die Klassen zu bringen. Die MilRG-Klassenvorstände wurden beauftragt, dieses Thema in zumindest einer Unterrichtsstunde offen zu besprechen. Nach einer Reflexionsphase wurde dann in jeder Klasse abgestimmt und brachte eine klare Mehrheit. Die Schüler-Vertreter im Schulgemeinschaftsausschuss entschieden demgemäß einstimmig.

Die Eltern standen diesbezüglich hinter ihren Kindern. Auch in den Reihen der Erziehungsberechtigten war das Ergebnis eindeutig: „Mit dem Internat ist der Kontakt zu den Kindern erheblich reduziert, mit einer 5-Tage-Woche haben wir nun am Wochenende die notwendige Zeit für die Familie“, erörterte Dr. Schrodis, Vorsitzender des Elternvereins.

Entscheidungsfindungsprozess gestaltete sich schwierig

Der Entscheidungsfindungsprozess war keineswegs einfach, denn die Militärgymnasiasten haben doch – und das ist in der Öffentlichkeit gar nicht bewusst – mit einer erheblichen Anzahl an Mehr-Stunden zu kämpfen. Denn die Jugendlichen üben regelmäßig pro Woche (zusätzlich zum herkömmlichen AHS-Unterricht) jeden Mittwochnachmittag Wahlsport aus und nehmen außerdem am Donnerstagnachmittag an der vormilitärischen Ausbildung teil. Insofern ist die Gesamtausbildung intensiv und breit gefächert – eben einzigartig in Österreich.

Viele Schülerinnen und Schüler des MilRG sehen nun endlich die Möglichkeit, bereits den Freitagabend und damit das längere Wochenende besser für sich nützen zu können (z. B. Musik- und Sportverein, Feuerwehr, Jugendgruppen etc.). „Um vom längeren Wochenende wirklich zu profitieren, müssen die Militärgymnasiasten während der Woche allerdings konsequenter lernen und ihre Zeiteinteilung für Leistung und Rekreation optimieren lernen. Auch das Wochenende wird immer wieder Lernzeiten beinhalten müssen, das wird sich wohl auf dem Weg zur Reifeprüfung als notwendig erweisen“, meint Schulleiter Dr. Sulzgruber, der die Entwicklung insgesamt positiv sieht und dem eine gemeinsam getragene demokratische Entscheidung wichtig war.