Tote Metapher zum Leben erwecken. Als erste Schule wurde das Militärrealgymnasium gewählt, um das Projekt „WortSchätze“ der Karl-Franzens-Universität im niederösterreichischen Raum zu präsentieren.

Erstellt am 19. Mai 2014 (11:58)
NOEN, MilRG
Am Samstag 10. Mai 2014 führte DI Mag. Norbert Galler den Workshop in beiden 6. Klassen durch. Was bedeutete es ursprünglich, ein Auge zu riskieren? Und warum ruft man bedauernd oje!, wenn etwa ein berechnender Veranstalter das Handtuch wirft und das schon angekündigte Popkonzert einfach abbläst?

Herkunft bildhafter Ausdrücke erfahren

Die Antworten darauf sowie auf viele ähnliche Fragen zur Herkunft bildhafter Ausdrücke in unserer Alltagssprache gibt die sprachpädagogische WortSchätze-Initiative des Instituts für Germanistik an der Karl-Franzens-Universität Graz. Übertragene Ausdrücke aus dem Bereich der Wehrkultur, des Sports, der Religion, der Musik, der Ernährung, der Mathematik, des Spiels und des Theaters multimedial sollten aufbereitet in den Schulklassen zur Sprache kommen.

So war es auch bei den 6. Klassen, wo am Anfang des Workshops die Militärgymnasiasten aufgefordert wurden Metaphern zu erkennen und im Anschluss zu recherchieren aus welchem Bereich sie stammen. Der Schule angepasst wählte der Vortragende Ausdrücke aus dem militärischen Bereich. Zu unseren allermarkantesten sprachlichen „Erinnerungen“ seit dem Mittelalter und davor zählen kriegerische Erfahrungen, und dementsprechend hoch ist die Zahl an heute gebräuchlichen wehrhaft-matrialischen Wörtern und Wortverbindungen.

Sensibilität der Schüler erwecken

Als alltäglich gewordene Metaphern trifft man sie bevorzugt im Vokabular von Politik und Presse an, weil dort täglich Menschen unter Beschuss geraten, ins Visier genommen werden oder im Kreuzfeuer der Kritik stehen. Verbreitet hört man aber auch, dass jemand etwas im Schilde führe, Lunte gerochen habe, einen Spießrutenlauf fürchte oder bald eine Bombe platzen werde. Die Datenbank, welche als steirisches Landesprojekt den Anstoß zur gesamten WortSchätze-Initiative gab, umfasst mittlerweile an die 650 Belege, unterteilt in zahlreiche „(kampf )technische“ Untergruppen.

Norbert Galler versuchte die Sensibilität der Schüler zu erwecken, damit sie wahrnehmen, dass Sprachbilder unser Denken prägen und zu überlegen, was man am besten in welcher Situation sagt. Nach etwas Theorie zu den Sprachbildern kam ein Wettbewerb: ins Gesamt neun Gruppen versuchten die Bildspender zu den Bedeutungen anhand eines Kartenspiels zu finden. Nach dem motivierenden Spiel war es eindeutig, die Militärgymnasiasten verfügen über ein großes wehrhaftes Vokabular.