„Ein Vorzeigeprojekt“. Nach der Revitalisierung im Jahr 1994 entwickelte sich die naturnahe Badeanlage von einem „Sorgenkind“ zu einem beliebten Erholungsort.

Von Michael Schwab. Erstellt am 30. Juli 2014 (17:01)
NOEN, Michael Schwab
Auf dem Steg des Waldbades: Hans Widlroither, Bürgermeister Gerald Matzinger, Waldbadcafé-Pächterin Monika Hirtl und Anton Koczur. Michael Schwab

GROSS SIEGHARTS / Sein 55-jähriges Bestandjubiläum feierte das Waldbad am 27. Juli. Im Rahmen eines Festgottesdienstes mit musikalischer Gestaltung durch die Rossinger Musikanten wurde das Juliläum begangen.

Die Geschichte des Bades reicht zurück bis ins Jahr 1953, als unter Bürgermeisterin Maria Kren die Errichtung eines Freibades beschlossen wurde. Nach der Errichtung eines Dammes war das Waldbad ab 1. Juni 1954 für die Bevölkerung nutzbar, zunächst kostenlos, da die Anlage noch nicht zur Gänze ausgebaut war. Erst fünf Jahre später erfolgte die eigentliche Eröffnung der Badeanlage mit Sprungturm, Nichtschwimmerbecken und Espresso.

„Das Waldbad ist ein erstes Beispiel, wie viel die Menschen gemeinsam bewegen können. Firmen und Bürger haben ihren Teil zur Errichtung beigetragen“, betonte der ehemalige Bürgermeister Anton Koczur in seiner Festansprache. Allerdings sei das Bad auch immer eine Art „Sorgenkind“ der Stadtgemeinde gewesen. Das Vorzeigeprojekt für eine naturnahe Waldviertler Badeanlage erlitt ab den 1970er-Jahren einen Besucherschwund, und es wurde ruhig im Waldbad. Erst im Jahr 1994 kam es im Zusammenwirken des Kulturreferates der Stadtgemeinde, der Sparkasse und der örtlichen Vereine im Rahmen von zwei großen Benefizveranstaltungen zur Revitalisierung des Bades.

„Wir haben uns überlegt, wie man das Waldbad zeitgemäß gestalten kann. Mauern mussten saniert werden, der Sprungturm kam weg, Stege und Inseln wurden neu angelegt“, berichtete Koczur. Dies habe einen neuen Boom mit sich gebracht.

„Die Menschen bekommen heute wieder das Bewusstsein, Teil der Natur zu sein“, meinte Koczur. Er betonte auch, dass das neu gestaltete Waldbadcafé, welches seit 2007 von Monika Hirtl als Pächterin betrieben wird, für den Betrieb und die Attraktivität des Bades wesentlich sei.

„Die Familie Hirtl hält die Anlage top in Schuss, es ist ein toller Ort zum Verweilen“, zeigte sich auch Bürgermeister Gerald Matzinger stolz auf das Waldbad.