Sechs Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Erich Longin hielt Rückschau auf die Meilensteine der Firmengeschichte, Bürgermeister Deimel hob Bedeutung der Firma als größter Arbeitgeber in Dobersberg hervor.

Von Hannes Ramharter. Erstellt am 20. Dezember 2017 (03:49)
Die Jubilare, die seit 10 bis 20 Jahren bei der Firma Longin tätig sind mit Willi, Erich und Elfriede Longin.
Hannes Ramharter

Eine Weihnachtsfeier der anderen Art gab es heuer für die Mitarbeiter der Firma Longin. Statt in der Firma wurde heuer in „Melis Cafe-Restaurant“ gefeiert, schließlich galt es auch, das 60-jährige Bestehen der Firma zu würdigen.

Erich Longin konzentrierte sich in seinem immer emotional geprägten Rückblick auf verschiedene „Meilensteine“. 1957 hatte sein Vater einen Witwenbetrieb übernommen und damit die Firma gegründet. „Mut, Risikobereitschaft, Unternehmergeist und viel Vertrauen zwischen Chef und Arbeitern war notwendig, wenn man in dieser Zeit eine Firma gründete“, meinte Longin. Erster Meilenstein war damals auch der Umzug zum nunmehrigen Standort am Ortsrand Richtung Fratres.

„Das war eine weise Entscheidung, die auch heute noch nachhaltig wirkt“, meinte Longin weiter, der seit 1992 den Betrieb gemeinsam mit seinem Bruder Willibald Longin führt. Weitere Meilensteine waren die Entwicklung von „Londek“ und „Londyb“, mit denen es gelang, traditionelle Zimmerei-Produkte an die moderne Zeit und Produktionsweise anzupassen. Während man früher auf einer Wiese für einen Dachstuhl zulegen musste, wird dieser heute in einer Abbundanlage mit CNC-Steuerung produziert. Und ein großer Schritt war die Aufnahme der Produktion von Wintergärten und Fertighäusern. So werden derzeit po Jahr zwischen 25 und 30 Häuser produziert.

Erich Longin schilderte auch kurz den Weg vom VW-Käfer als einzigem Fahrzeug für die Mitarbeiter, bei dem man sehr genau überlegen musste, welches Werkzeug man tatsächlich mitnehmen sollte, bis zu den sechs modernen Montage-Bussen heute.

Firma ist wichtiger Wirtschaftsfaktor

In den 60 Jahren wurden bei Longin rund 150 Lehrlinge ausgebildet. Die Firma ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde und zahlt dank eines Umsatzes von rund sechs Millionen Euro derzeit rund 51.000 Euro Kommunalsteuer. An Firmen im Bezirk Waidhofen vergibt die Firma Longin jährlich Aufträge in Höhe von rund 826.000 Euro, an Firmen in den anderen drei Waldviertler Bezirken nochmals rund 431.000 Euro. Für das Sägewerk wird pro Jahr Rundholz um rund 400.000 Euro eingekauft. Im November zahlte die Firma Löhne in Höhe von 205.000 Euro aus, pro Jahr rund 1,4 Millionen.

Erich Longin betonte, dass es auch für die Mitarbeiter einer persönlichen Weiterentwicklung bedurfte, vom Zimmerer zu einem schlüsselfertigen Haus zu gelangen. „Aber mit der Hilfe aller ist es gelungen, zu einem führenden Anbieter von Fertighäusern auf höchstem Level zu werden. Das ist auch euer Erfolg, wit stellen nur die Weichen. Ihr habt den Namen Longin zu einem Qualitätbegriff gemacht“, dankte Erich Longin den Mitarbeitern für ihre Treue und Loyalität.

Die zwischen 30 und 45 Jahren bei der Firma Longin tätigen Mitarbeiter mit den Familien Longin sowie Wirtschaftskammerobmann Reinhart Blumberger, ÖGB-Bau-Holz-Sekretär Andreas Hitz, Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Dietmar Schimmel, Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Christian Hemerka, und Bürgermeister Reinhard Deimel.
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Erich Longin stellte aber auch klar, dass die Änderungen durch die Digitalisierung weitergehen werden. „Ihr werdet in den nächsten 10 bis 15 Jahren Dinge machen, von denen ihr heute nicht einmal träumt!“ Auch seitens der Familie Longin arbeitet die nächste Generation durch Willi jun. und Georg bereits mit.

Bürgermeister Reinhard Deimel hob die Einsatzbereitschaft der Firmenleitung und die tüchtigen Mitarbeiter hervor. Die Firma Longin ist der größte Arbeitgeber der Gemeinde Dobersberg. Deimel dankte aber auch den Firmenchefs für ihr öffentliches Engagement über viele Jahrzehnte. „Holz gewinnt als Baustoff wieder mehr Bedeutung und ist bei den Zimmerern in guten Händen“, schloss der Bürgermeister.

Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Reinhart Blumberger nutzte den Namen Longin für ein Wortspiel. Mit Longin ist man long in, meinte er augenzwinkernd und unterstrich den Mut, die Zuversicht und den in der Firma immer spürbaren Einsatz. Gemeinsam mit Bezirksstellenleiter Dietmar Schimmel übergab er den Firmenchefs Erich und Willibald Longin eine Dank- und Anerkennungsurkunde der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Die Mitarbeiter der Firma Longin, die zwischen 20 und 30 Jahren der Firma die Treue halten mit Willi Longin sen. und jun., Andrea, Elfriede, Erich und Georg Longin.
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Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Christian Hemerka stellte fest, dass der Rückblick von Erich Longin auch ihn sehr bewegt habe. Er hob hervor, dass die Firmenchefs sich persönlich um die Teilnahme aller Sozialpartner bemüht haben und die Firma eigentlich mit arbeitsrechtlichen Problemen nicht konfrontiert sei.

Andreas Hitz von der Gewerkschaft Bau-Holz machte es kurz: „Hut ab, ich bin zutiefst beeindruckt!“ Abschließend wurden langjährige Mitarbeiter geehrt.