850er-Logo, ein Fehler & die Frage, was abgestimmt wird. Waidhofens Stadtrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) hat keinen Hehl daraus gemacht, dass ihm das Logo zum 850-jährigen Jubiläum der Stadt nicht gefällt. Aber es ging in der Gemeinderatssitzung um noch mehr: um die „Geburt“ des Logos an sich, um eine Rechnung, die zu einer Entschuldigung veranlasst, und um die Frage, was jetzt wirklich zur Abstimmung kommen soll.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 24. Oktober 2020 (15:26)
Rathaus, Waidhofen
NÖN-Archiv/Muthsam

Das Logo „in frischen Farben“ – wie IG-Kulturstadtrat Herbert Höpfl dem Gemeinderat erklärt – hat die Form eines Buches: Das bezieht sich auf die Stadtchronik, also die 850-jährige Geschichte von Waidhofen. Der Stadtrat hat sich als Gremium damit auseinandergesetzt und zugestimmt, 630 Euro für das Logo zu bezahlen. 

Die Entscheidungsfindung ist für Waldhäusl unzureichend: „Das ist eine wichtige Sache, ich hätte mir erwartet, dass alle eingebunden werden.“ Er findet, dass das Logo im Ausschuss hätte behandelt werden müssen. Er selbst habe bei der Entwicklung des Stadtlogos parteienübergreifend gearbeitet. Vizebürgermeister Litschauer (IG) weist dies zurück, er und sein Team hätten es erst bei der Präsentation zum ersten Mal gesehen.

Eine Rechnung - und ein Fehler

„Mir gefällt das Logo überhaupt nicht und ich will nicht, dass das in Pöppls Buch verwendet wird“, fehlt Waldhäusl das Wappen oder der Bezug zum bestehenden Stadtlogo. „Ihr dürft eh ablehnen“, antwortet daraufhin Litschauer.

Waldhäusl stört noch etwas: „Ich habe mir den Akt relativ genau angesehen“, ergänzt er. Eine Rechnung des Logo-Gestalters sei noch vor der Beauftragung darin zu finden gewesen, auf die Stornierung folgte eine erneute Rechnung. „Da möchte ich jetzt die Erklärung wissen“, sagt der Stadtrat zu Höpfl gewandt.

Die Grafik habe relativ schnell ein Logo entwickeln müssen und sogleich eine Rechnung geschickt, erklärt Höpfl. „Das war ein Fehler, da will ich jetzt nicht um den Brei herumreden.“

Was wird beschlossen? Kosten? Verwendung?

Litschauer erklärt, dass der Gemeinderat mit dem Antrag eigentlich nur der Verwendung des Logos für Erwin Pöppls Buch über die Geschichte Waidhofens zustimme. „Im Antrag steht’s anders drin“, bemerkt Waldhäusl, was eine längere Erörterung aufseiten der Grünen und IG zur Folge hatte.

Was wird jetzt genau beschlossen? Die Kosten? Die Verwendung? „Es kann nur um die Verwendung gehen“, sagt Litschauer mehrmals. Der Stadtrat habe ja schon dem Logo-Ankauf mitsamt der Nutzungsrechte zugestimmt. ÖVP-Stadtrat Thomas Lebersorger weist daraufhin, dass damit wohl auch die Nutzungsrechte gekauft worden sind, ansonsten hielt sich die ÖVP weitgehend aus der Debatte raus.

Höpfl stellt daraufhin selbst einen Gegenantrag, dass Pöppl das Logo für sein Buch verwenden darf. Einverstanden ist die Mehrheit von ÖVP und IG; FPÖ und SPÖ sind dagegen.