Einkommensanalyse der Arbeiterkammer: Schlusslicht Waidhofen

Laut Einkommensanalyse der Arbeiterkammer hatte der Bezirk 2020 die geringste Einkommenssteigerung von Niederösterreich.

Erstellt am 14. Januar 2022 | 06:52
Lesezeit: 2 Min

Leicht getrübt fällt das Fazit der Einkommensanalyse der Arbeiterkammer Niederösterreich für das Jahr 2020 aus. Beim durchschnittlichen Einkommen liegt Waidhofen zwar im Vergleich zum restlichen Niederösterreich noch im Mittelfeld, doch der Einkommensgewinn war dieses Mal besonders niedrig. Mit nur 1,07 Prozent Zuwachs ist der Bezirk nicht nur im Waldviertel Letzter, sondern ist auch noch Schlusslicht im gesamten Bundesland (gemeinsam mit Waidhofen/Ybbs). Von 2018 auf 2019 konnte noch ein Gewinn von 2,67 Prozent verzeichnet werden.

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„Diese Zahlen betrüben mich sehr. Wir sind leider der Bezirk im Waldviertel, der am wenigsten dazugewinnen konnte“, meint Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Christian Hemerka. Die Gründe dafür sieht er vor allem in zwei Problembereichen: „Ich glaube doch, dass sich die Randlage des Bezirkes zeigt. Es fehlt an Infrastruktur, wie einer Bahnanbindung von Waidhofen. Der zweite Grund könnte das mangelnde Angebot zur Kinderbeaufsichtigung sein.“

Das würde sich auch beim Geschlechtervergleich zeigen. Das Medianeinkommen der Frauen war 2020 um 38,3 Prozent geringer, als das der Männer. Bei den Arbeitern liegt das monatliche Bruttoeinkommen bei 2.412 Euro, Frauen verdienen in diesem Bereich im Durchschnitt lediglich 1.485 Euro. Männliche Angestellte verdienen dagegen durchschnittlich 3.278 Euro brutto, weibliche 1.833 Euro. Bei letzteren fällt der Vergleich des Einkommensniveaus mit sogar -10,7 Prozent zum Niederösterreichschnitt besonders gering aus.

Die große Frage der Kinderbetreuung

„Der Unterschied ist schon exorbitant. Es ist hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass viele Frauen nur Teilzeit arbeiten. Die Betreuung der Kinder ist hier das große Problem, bei dem in Waidhofen noch Aufholbedarf herrscht. Gemeinsam mit der Infrastruktur muss nachgebessert werden“, sagt Hemerka. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass der Bezirk irgendwann zurückbleibt, sollte der Trend in den kommenden Jahren anhalten.