Neu: Prüfung für Taxilenker im Waldviertel. Mietwagenunternehmer brauchen ab nächstes Jahr Taxilenkerausweis.

Von Karin Pollak. Erstellt am 25. Oktober 2020 (06:04)
Bernhard Strohmer aus Vestenpoppen ist Mitarbeiter von Pichelbauer-Reisen aus Zwettl und hat jetzt auch den Taxilenkerschein in der Tasche.
Karin Pollak

Für zahlreiche Mitarbeiter der Mietwagenunternehmer heißt es jetzt „Schulbankdrücken“ – in Coronazeiten wurde das auf die Online-Version umgestellt. Sie brauchen nämlich ab dem kommenden Jahr einen „Taxilenkerausweis“, und dafür ist eine Prüfung notwendig.

Beim Wifi in Gmünd fanden Mitte Oktober erstmals Prüfungen zur Erlangung des Taxilenkerausweises statt. „Um als Taxilenker tätig sein zu können, braucht es ab 2021 generell Taxilenkerprüfungen, ausgenommen davon sind Schülerbeförderungen“, erklärt Michael Steinparzer von der Wirtschaftskammer-Fachgruppe für das Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen.

„Damit sollen die Taxi- und die Mietwagenunternehmer gleichgestellt und etwaige Pro bleme, die es zwischen den Taxlern und den Mitwagenunternehmern etwa bei der Abholung von Gästen bei Festen gegeben hat, der Vergangenheit angehören“, führt der Fachgruppen-Geschäftsführer aus. Für die Wirtschaftskammer sei es wichtig, die erforderlichen Prüfungen so effektiv wie möglich zu ge stalten.

Dazu werden übers WIFI digitale Vorbereitungskurse angeboten. Die Prüfungstermine seien außerdem für alle zukünftigen Taxilenker offen. „Der Bedarf ist gegeben. Alleine in Gmünd haben rund 70 Personen von 15 Firmen aus dem gesamten Waldviertel teilgenommen.“

Vertrauenswürdigkeit wird geprüft

Im nördlichen Waldviertel gibt es insgesamt 70 Mietwagenunternehmer. „Einige haben die Prüfung schon in St. Pölten oder an einem anderen Wifi-Standort abgelegt oder brauchen sie nicht, weil sie nur Schüler transportieren“, erläutert Steinparzer.

Die Gäste, die sich ab Jänner einen geprüften Taxilenker eines Mietwagenunternehmens für eine Fahrt ordern, haben durch diese Änderung der Gewerbeordnung Vorteile. „Bei diesen Lenkern wird nämlich auch über die Behörde ihre Vertrauenswürdigkeit geprüft“, zeigt Steinparzer auf.

Sie seien außerdem im Verkehrsgewerberecht, in der Verrechnung, im Arbeits- und Verkehrsrecht sowie in der Orientierung ausgebildet und haben Ortskenntnisse – das müssen sie bei der Taxilenkerprüfung auch unter Beweis stellen. Diese Prüfung legte auch Bernhard Strohmer aus Vestenpoppen erfolgreich ab. Er ist seit 20 Jahren beim Zwettler Betrieb Pichelbauer-Reisen beschäftigt. „Ich habe diese Möglichkeit genutzt, um den Taxischein zu bekommen, man weiß ja nicht, ob man diesen nicht doch einmal braucht“, sagt er. Für ihn haben die 38 zu beantwortenden Fragen kein Problem dargestellt.