Herbert Loskott ist mit 95 verstorben

Erstellt am 19. Mai 2021 | 18:51
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„Ich finde in Gedanken keinen zweiten, der für uns im kulturellen, touristischen und wirtschaftlichen Sinn so viel bewegt hat“, würdigt Bürgermeister Hermann Wistrcil.
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Herbert Loskott ist am Morgen des 18. Mai gestorben, erst im Februar hat er seinen 95. Geburtstag gefeiert. Der Professor hat seine Heimatgemeinde Ludweis-Aigen und die Region stark geprägt – als Volksschulleiter und Musiklehrer, Komponist und Vollblutmusiker, Heimatforscher und Kabarettist.

„Herbert Loskott hat es geschafft, den Ort Aigen in einer Schlagzeile auf die Titelseite der ‚Bunte‘-Zeitschrift und auf eine Doppelseite zu kriegen – und das war für mich als Kind bewegend“, erinnert sich Bürgermeister Hermann Wistrcil, der zu dem Zeitpunkt gerade in die Volksschule eingetreten ist. Aigen ist darin als Erholungsort präsentiert worden.

Ein gebürtiger Wiener mit Weitblick

Loskott ist gebürtiger Wiener, hat aber seinen Lebensmittelpunkt nach Aigen verlegt und war im öffentlichen Leben äußerst aktiv. „Ich finde in Gedanken keinen zweiten, der für uns im kulturellen, touristischen und wirtschaftlichen Sinn so viel bewegt hat“, würdigt der Bürgermeister. „Mir ist sein wirtschaftlicher Zugang immer wieder aufgefallen, sein Vorausdenken, sein Weitblick.“

Loskott hat die Lehrbildungsanstalt und das Musikkonservatorium in Wien besucht, er war ab 1963 Schulleiter in Aigen und übersiedelte ins Waldviertel. 1973 übernahm er die Direktion in Irnfritz (Bezirk Horn), blieb der Volksschule Aigen als Musiklehrer erhalten und unterrichtete in dieser Funktion auch am Horner Gymnasium. Er führte bis zu seiner Pensionierung 1986 die Sonderschule in Irnfritz. Er hat sich selbst weitergebildet, hatte in Wien die Abschlussprüfung in der Kirchenmusikschule und die Lehrbefähigungsprüfung für Hauptschule und AHS-Unterstufe mit Auszeichnung absolviert.

Seine Freude an der Musik zog Kreise

Seine Freude am Musizieren wollte er weitergeben: 1963 hat er spontan die Leitung des Kirchenchores übernommen. Er hat überhaupt viele Gemeinschaften initiiert: Bäuerinnenchor, Seniorenchor und Musikverein Aigen gehören dazu. Organistin Verena Kainz hat bei ihm das Spiel an der Orgel gelernt und praktiziert dies bis heute.

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60 sakrale Kompositionen und 16 Messen stammen aus seiner Feder, darunter die „Kreuzweg Messe“ und die „Döllersheimer Messe“. Er hat mit seiner Kabarettgruppe „Strawanzer“ auf Basis von bekannten Melodien damalige Ereignisse mit Waldviertler Schmäh und Feingefühl auf gearbeitet und stand zuletzt mit seiner Ziehharmonika auf der Bühne in Diemschlag.

Loskott richtete Scheinwerferlicht auf Ruine

Er hat den Verein zur Erhaltung der Ruine Kollmitz ins Leben gerufen und damit die Burganlage vor dem völligen Verfall gerettet. Sie ist heute eine touristische Attraktion: „Er hat die Früchte gesät, dass wir heute zwischen 12.000 und 14.000 Besucher auf der Ruine haben“, betont Wistrcil.

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Loskott leitete das Bildungs- und Heimatwerk in Aigen und hat die Heimatkunde seiner Gemeinde in mehreren Publikationen aufgearbeitet. Ihm ist es zu verdanken, dass die Unterkirche in Aigen freigelegt und das historische Hochgrab der Hofkirchen wieder aufgestellt wurde.

Öffentliche Vertreter würdigten seinen Einsatz

Herbert Loskott ist Träger der Ehrenmedaille der Stadtgemeinde Raabs, der Ehrenmedaille der Gemeinde Ludweis-Aigen und der Gedenkmedaille des Bundeslandes Niederösterreich. Er ist Ehrenbürger in Ludweis-Aigen und erhielt 2009 den Berufstitel „Professor“.

Das Begräbnis wird am Pfingstmontag im kleinen Rahmen stattfinden.

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