Boku: Neue Obfrau für Studenten kommt aus Speisendorf. Valentina Gutkas möchte Studierende zum Austausch zusammenbringen – und das ist nicht leicht in Zeiten von Corona.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 24. Oktober 2020 (05:55)
Gratulation (v.l.): Bauernbundball-Obmann Stefan Jauk, der frühere Akademikergruppe-Obmann David Grubner, seine Nachfolgerin Valentina Gutkas und NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek.
NÖ Bauernbund

Valentina Gutkas aus Speisendorf (Gemeinde Raabs) ist die neu gewählte Obfrau der Boku-Akademikergruppe – und damit Ansprechpartner für die Studierenden und Alumni-Bindeglied. Die 21-Jährige hat 2018 mit ihrem Studium „Agrarwissenschaft“ begonnen. Ihre Obmann-Funktion hat sie im September übernommen, der NÖ Bauernbund gratulierte in der Vorwoche.

„Ich habe die Chance ergriffen, weil ich gerne vorne mitrede und Neues ermöglichen will.“Valentina Gutkas über ihre neue Funktion

Gutkas löste den 25-jährigen David Grubner aus dem Bezirk St. Pölten ab. „Unser zentrales Anliegen ist, die Zusammenarbeit mit den Studierenden und die Gemeinschaft zu fördern“, erklärt Gutkas, wo ihre Aufgaben konkret liegen. Der Informationsaustausch sei wichtig, „um das Studienleben ein bisschen zu erleichtern“. Das soll mit Exkursionen, Seminaren oder Veranstaltungen an der Universität oder in Wien erreicht werden.

Die Uni-Anfänger sollen in besonderem Maße profitieren. „Wir haben jedes Jahr Pakete für die Erstsemestrigen und versuchen, ihnen einen leichten Start zu ermöglichen“, erklärt Gutkas.

„Erstsemestrige habe es derzeit besonders schwer“

Das sei heuer eine Herausforderung, weil coronabedingt viele Lehrveranstaltungen und Prüfungen online ablaufen. Die Akademikergruppe hat früher die Uni-Anfänger nach Einführungsveranstaltungen abgefangen.

„Jetzt müssen wir das auf mehrere Tage verteilen und versuchen, so viele wie möglich zu erwischen. Es ist aber eine Herausforderung zu wissen, wer wo und wann eine Vorlesung hat“, führt die neue Obfrau aus. Das ist ihr wichtig, denn: „Die Erstsemestrigen haben es derzeit besonders schwer, Anklang zu finden.“ Aber sie sehe das auch als Chance, um einzelne Personen mehr an die Akademikergruppe binden zu können.

Vom Anmeldeformular zur Obfrau

Gutkas selbst hat den Verein genützt, um andere Studierende kennenzulernen. „Ich bin nach dem Francisco Josephinum in Wieselburg alleine auf die Uni gegangen“, hatte sie zu dem Zeitpunkt noch keinen Freundeskreis. Sie könne sich noch gut an einen Stammtisch der Akademikergruppe erinnern, bei dem ihr das Anmeldeformular rübergeschoben wurde.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich später selber Obfrau bin“, lacht sie. „Ich habe die Chance ergriffen, weil ich gerne vorne mitrede und Neues ermöglichen will. Ich habe einen super Vorstand gefunden, da ist man gern Obfrau.“ Sie wolle Studierenden helfen, auch weil die Akademikergruppe ihr geholfen habe.

Corona: Boku in „Vorbildrolle“

Die Boku ist für sie eine familiäre Uni, die für die Corona-Zeit mit der Online-Ausbildung ein gutes Konzept gefunden habe. „Ich bin froh, dass die Boku eine Vorbildrolle hat und uns das ermöglicht. Das funktioniert in meinen Augen ganz gut. Die Prüfungen sind immer noch schriftlich, auch das finde ich gut.“

Das Lernen sei anders geworden: „Man sitzt doch allein vor dem Laptop, aber in dieser Zeit darf man nicht nur auf sich schauen, sondern auf alle.“ Die Akademikergruppe habe die Aufgabe, „dass die Gemeinschaft nicht untergeht“, ergänzt die Speisendorferin.

„Wir sind im Vorstand am Tüfteln, was wir alles planen können.“ Eine Online-Bierverkostung schwebt ihnen zurzeit vor, für die nach Anmeldung Bierpakete verschickt und vor dem Bildschirm probiert werden sollen. Exkursionen im kleinen Rahmen werden gerade besprochen. „Wir sind optimistisch, am Ende des Semesters wieder erste Infostände auf bauen zu können. Und wenn nicht, werden wir auch gute Lösungen finden.“

Wien unter der Woche, Waldviertel am Wochenende

Gutkas wohnt in Wien im Studentenheim und fährt am Wochenende in ihre Heimat.

„Ich mag die Abwechslung, daheim gibt es in der Landwirtschaft oder beim Heurigen immer etwas zu tun. Das macht mir Spaß. Ich könnte mir nicht vorstellen, nur in Wien zu sein“, hält sie ihre Kontakte in der Bundeshauptstadt und im Waldviertel aufrecht. Gutkas ist auch Bezirksleiterin der Landjugend Raabs.