Wie ein Haus für die Ewigkeit bleibt. Dietrich Waldmann erklärt, was beim Umbau des Bahnhofsgebäudes wichtig war.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 17. Mai 2019 (03:00)

Die zehnte Ausgabe der Architekturtage (24. & 25. Mai) lädt zum Thema „Raum macht Klima“ zu geführten Touren und Gesprächen mit Architekten. Dietrich Waldmann aus Waidhofen präsentiert das umgebaute Bahnhofshaus in Thaya.

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1903 und ist für die Marktgemeinde interessant geworden, als der Gemeindearzt 2013 seinen Ruhestand antrat. Man suchte einen anderen Standort, um etwa die Barrierefreiheit gewährleisten zu können. Das Bahnhofsgebäude wurde bisher mit Kohle-Einzelöfen beheizt und war mit mehr als 40 Jahren alten Fenstern ausgestattet. „Aber die Bausubstanz war trocken und seinerzeit ‚für die Ewigkeit‘ errichtet“, erzählt Waldmann.

Gebäude erzeugt mehr Energie als es braucht

Der Architekt wurde für den Umbau beauftragt und verfolgte das Ziel, eine zeitgemäße Arztordination zu schaffen. Dämmung, Beheizung, Belichtung und Belüftung sollen „einen Maßstab für die Zukunft“ setzen. Er strebte eine Mustersanierung zum Plusenergiehaus an: Das Gebäude kann jetzt mehr Energie erzeugen, als es verbraucht – dank zusätzlicher Photovoltaikanlage. Es „weist einen vorbildlich geringen ökologischen Fußabdruck auf“.

„Die größten Herausforderungen waren, in den bestehenden Raumverhältnissen einen Ordinationsbetrieb zu integrieren“, führt Waldmann aus. Die Wege sind kurz und weder Patient noch Arzt oder Mitarbeiter stehen sich gegenseitig im Weg. Alle Räume sind mit ausreichend Tageslicht versorgt sein. Die barrierefreie Rampe wurde ergänzt.

„Das Ergebnis ist ein Gebäude, das die Architektur der Vergangenheit behutsam adaptiert hat“, resümiert Waldmann.