Pfarrer aus Karlstein erzählt über Kräuter und Hitze. Wie Kräuter mit heißen Perioden umgehen – und wie dies der Mensch tun kann.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 19. Juli 2019 (04:19)
Karin Widhalm
Empfohlen wird, die Sirupe mit Zitronenscheiben sowie Blättern der Minze oder Melisse und natürlich Wasser – sprudelnd oder nicht – aufzubereiten. Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger schmeckt es jedenfalls.

Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger ist durchaus multitaskingfähig: Während er Fragen der Kräuterstüberl-Gäste über seinen Orden beantwortet, lächelt er zwischendurch in die Kamera. „Also, ich muss sagen, mit Touristen reden und gleichzeitig fotografiert zu werden, ist richtig geil“, bringt er dann alle zum Lachen. Das Zusammentreffen im Kräuterpfarrer-Zentrum hatte seinen Grund.

Die Produktpalette ist noch eine Spur vielseitiger: Das Kräutereis im Glas zum Mitnehmen und Kräutersirupe in zwei Sorten sollen Sommerhitze-Perioden erträglicher machen.

„Der Sinn ist, die Philosophie und die Tradition unserer Produkte der Zeit entsprechend anzupassen und den Menschen zugänglich zu machen“, erklärt Felsinger. Getrocknete Pflanzen, die vielleicht schon in den Anfängen der Menschheit Verwendung gefunden hatten, sind also die Ingredienzien für beliebte Erfrischungen – Gefrorenes etwa.

Also, ich muss sagen, mit Touristen reden und gleichzeitig fotografiert zu werden, ist richtig geil"Benedikt Felsinger

Die Idee kam, weil im Restaurant schon Eis verkauft wird. Warum nicht eines mit Kräutern kreieren? „Freutee“ mit einem pfiffigen, Sonnenbrillen tragenden Kräuterpfarrer ist die zweite neue Schiene: Kräutersirupe, einer mit Hibiskus-Note.

„Tee zum Verdünnen ist in der Sommerzeit eine praktische Weise, um den Durst zu löschen und um gleichzeitig der Gesundheit etwas Gutes zu tun“, beschreibt Felsinger, wobei seines Erachtens ein ausgekühlter Tee auch etwas für sich hat. Das sei viel besser als Bier und Wein, schmunzelt der Kräuterpfarrer.

Um "klar in der Marille zu bleiben"

„Das ist das Beste, um klar in der Marille zu bleiben.“ Wobei: Er hat selbst schon festgestellt, dass sich Freutees für Cocktails eignen. „Bei einem geselligen Grillabend hatte man mir einen Benedikt-Royal serviert“, meint der Kräuterpfarrer lachend. „Das ist ein kleiner Schuss Freutee mit ein Sechszehntel Prosecco, aufgespritzt mit Soda und ergänzt mit ein paar Melissen- und Minzeblättern. Einfach himmlisch.“

Das Eis entstand auf Basis der „Eistee“-Mischung mit Kräutern, „die den Körper gut mit Hitze umgehen lassen“ oder auch der Stimmung oder Verdauung gut tun. Blätter der Erdbeere, Himbeere und Schwarzen Johannisbeere, Blüten von Kamille, Linde und Lavendel, dazu Ysop, Melisse und Pfefferminze.

NOEN
Spaßige Verkostung mit Seminar-Teilnehmern (v.l.): Elisabeth Hembach, Margaretha Brunnhofer, Christina Skocik, Maria Knauß, Sandra Krenn, Lyudmyla Malysmeva, Ile Katzlinger und Elisabeth Mauschitz.

Wie gehen eigentlich die Kräuter selbst mit heißen Temperaturen um? „Normalerweise können sie gut mit der Hitze umgehen“, erklärt Felsinger, dass unter ihnen sehr trockenresistente Pflanzen sind. „Sie brauchen entweder eine tiefe Wurzel oder eine dicke Haut“, zwinkert er. „Aber die Kräuter pflegen im Allgemeinen einen sehr bescheidenen Lebensstil.“

Besucher des Kräuterfestes im Juni und Teilnehmer der Kräuterseminare jetzt im Juli verkosteten bereits die Neuheiten, natürlich mitten im blühenden Kräutergarten des Karlsteiner Zentrums.