Karlsteiner Künstlerin: Experimente mit Druck. Karlsteiner Künstlerin Walpurga Ortag-Glanzer zeigt Druckgrafiken. Lockdown- Serie soll beschwerten Zeit etwas Leichtes, Luftiges und Erfreuliches entgegensetzen.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 02. April 2021 (04:32)
Walpurga Ortag-Glanzer zeigt im Museum Kautzen Grafische Werke – Hoch-, Tief- und Experimentaldruck.
NOEN, Gerald Muthsam

Das heurige Kulturjahr im Bezirk wurde mit der Ausstellung „Ans Licht“ von Walpurga Ortag-Glanzer am Samstag im Museum Kautzen eingeläutet.

Gerda Kohlmayr freute sich, die Ausstellung eröffnen zu können, auch wenn zwei Tage danach gleich wieder zugesperrt werden musste. Die Ausstellung hätte schon im November stattfinden sollen, wurde jedoch aufgrund der Corona-Situation verschoben.

Weg ins Waldviertel über Mann Andreas gefunden. Walpurga Ortag-Glanzer wurde 1956 in Steinfeld in Kärnten geboren. Sie studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, lebt und arbeitet in Karlstein. Den Weg ins Waldviertel fand sie über ihren Mann Andreas Ortag, den sie durch das Studium an der Akademie kennenlernte. Zuerst waren sie regelmäßig zu Besuch bei der Mutter ihres Mannes, später kauften und sanierten sie ein altes Haus und richteten auch eine Werkstatt und ein Atelier ein. Walpurga Ortag-Glanzer ist in erster Linie Malerin.

Ihre Ölgemälde sind inspiriert von der Natur, es kommen oft pflanzliche Formen vor. In der aktuellen Ausstellung zeigt sie Druckgrafiken. „Druckgrafik mache ich jedoch nur sporadisch“, erzählt sie. „Immer wenn ich das Gefühl habe, ich muss einen anderen Blickpunkt einnehmen, oder überhaupt etwas anderes machen, das mehr handwerklich ist, wende ich mich dem Druck zu. Die klare Abfolge der Arbeitsschritte geben mir in schwierigen Phasen mit meiner Malerei Halt, und immer wieder lassen mich die vielen Möglichkeiten des Ausprobierens erfrischt zur Malerei zurückkehren.“

Die Serie „freude wagen 2020/2021“ ist während der Isolation durch die Corona-Lockdowns entstanden.
Gerald Muthsam, Gerald Muthsam

Serie in Lockdown entstanden. Die zuletzt entstandenen Arbeiten aus der Serie „freude wagen 2020/2021“ sind während der Isolation durch die Corona-Lockdowns entstanden. Es war der Versuch, der beschwerten Zeit etwas Leichtes, Luftiges und Erfreuliches entgegenzusetzen – einerseits durch die Darstellung selbst, aber auch durch die Verwendung leichtgewichtiger Papierschablonen als Druckformen und den Druck mit wasserlöslichen, transparenten Farben. Mit ein oder zwei Ausnahmen sind dabei keine Auflagen entstanden, die ausgestellten Blätter sind Unikatdrucke, Variationen in verschiedenen Farben und unterschiedlichen Kombinationen. „Bei der Druckgrafik ist es leichter zu experimentieren als in der Malerei. Denn da kann man mit einem Fehler auch das ganze Bild zerstören“, weist die Künstlerin hin.

Teilnahme an Ausstellungen und Symposien. Walpurga Ortag-Glanzer nimmt seit 1984 regelmäßig an Ausstellungen und an Symposien im In- und Ausland teil. Auch „Artist in residence“-Aufenthalte bieten ihr die Möglichkeit der intensiven Auseinandersetzung mit Drucktechniken. So sind die ausgestellten Radierungen in der Druckwerkstatt eines Künstlerkollektivs in Nordschweden bzw. im Anschluss daran in der Werkstatt in Karlstein entstanden.

Bürgermeister Manfred Wühl bedankte sich. Der anwesende Bürgermeister Manfred Wühl bedankte sich bei der Künstlerin für die Ausstellung und bei Gerda Kohlmayr und dem Museumsverein für ihr Durchhaltevermögen in dieser sehr schwierigen Zeit, in der man sich auf nichts wirklich vorbereiten könne. Er wünschte dem Museum, dass man heuer noch öfters zu Ausstellungen zusammenkommen könne.

Geöffnet ist die Ausstellung nach dem Lockdown an Sonn- und Feiertagen zu den neuen Öffnungszeiten von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr. Das erste Lebende Museum mit Handwerksvorführungen ist voraussichtlich erst am 2. Mai zu sehen.