Galerie Lindenhof in Raabs: Zeiträume & Raumstrukturen

Erstellt am 04. August 2022 | 04:41
Lesezeit: 3 Min
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Die Wiener Künstlerin Barbara Höller entwickelte eine diffizile Methode, Linien mit Hilfe der Schwerkraft in ihren Kunstwerken darzustellen, so auch in den Bildern „Ladder“ (links) und „Deep Space“ (rechts).
Foto: Monika Freisel
Sechs Künstler zeigen Werke in der Galerie Lindenhof, die Künstlerin Barbara Höller zeigt Arbeiten im Raum für Kunst.
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Die Galerien Thayaland präsentieren aktuell zwei Ausstellungen im Lindenhof in Oberndorf bei Raabs: „Zeiträume“ mit Werken von sechs Künstlern in der Galerie Lindenhof und „stack and level“ der bildenden Künstlerin Barbara Höller im Raum für Kunst. Bei der Vernissage am Samstagabend begrüßten der Raabser Vizebürgermeister Franz Fischer, Bundesrat Eduard Köck und Roswitha Straihammer, Leiterin der NÖArt (Niederösterreich Gesellschaft für Kunst und Kultur), die Besucher.

Die Kunsthistorikerin Silvie Aigner, die auch das Konzept der Ausstellung „Zeiträume“ in den Galerieräumen des Lindenhofs erstellte, führte in die Kernaussagen der unterschiedlichen Werke der sechs ausstellenden Künstler ein, die persönliche Eindrücke, kollektive Erfahrungen, differenzierte Weltbilder in ihren Arbeiten manifestieren. Skulpturen, Malereien, Grafiken und Video von Michael Kos, Norbert Pümpel, Charlotte Seidl, Katarina Schmidl, Nives Widauer und Leo Zogmayer setzen sich mit unserer Umwelt, dem Zeitenwandel und der Veränderung der Lebensbedingungen auseinander.

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Als Spiel mit der Zeit gruppiert der in Drosendorf lebende Künstler Norbert Pümpel Ausschnitte aus Tageszeitungen verschiedener Jahre, verbindet altes Holz mit künstlichen Materialien, konzipiert Bilder an der Peripherie zur Wissenschaft.
Foto: Monika Freisel

Michael Kos verwendet Steine und alte Telefonbücher als Relikte einer vergangenen Zeit, Katarina Schmidl schafft Objekte aus alten Plastiksäcken, Kunststoffrohren und Gummi. Der in Drosendorf lebende Künstler Norbert Pümpel – er war bei der Vernissage auch persönlich anwesend – gruppiert beispielsweise Ausschnitte aus Tageszeitungen verschiedener Jahre, verbindet altes Holz mit künstlichen Materialien, konzipiert Bilder an der Peripherie zur Wissenschaft als Spiel mit der Zeit.

Arbeiten spezieller Art. In der Ausstellung „stack and level“ der Wiener Künstlerin Barbara Höller im Raum für Kunst sind Objekte und Malereien spezieller Art zu sehen. Vitus Weh, Kulturwissenschaftler, Autor und Kurator, führte mit großer Empathie in die Arbeiten der Künstlerin ein. Ihre Werke entstehen langsam, sie arbeitet präzise und intensiv, die Kunstobjekte sind auf die jeweilige räumliche Situation zugeschnitten, greifen die Atmosphäre eines Raumes auf, ergänzen und erweitern den Schauplatz.

Außergewöhnlichen Technik. Im „gelben Raum“ sind in Gelb-Grüntönen gefärbte Module aufeinander gestapelt, deren Lage zueinander verändert werden darf und so ein stetig wechselndes Bild ergeben können. Im „blauen Raum“ hängen zehn große Ringe von der Decke, die eine Landschaft mit sanft dahinströmendem Wasser darstellen. Der „rote Raum“ beherbergt Werke, die in einer von Barbara Höller entwickelten, außergewöhnlichen Technik geschaffen wurden.

In äußerst akribischer Arbeit trägt die Künstlerin auf einem Untergrund aus Lederimitat an vorher festgelegten Punkten Acrylfarbe mit einer Pipette auf, sie verbündet sich auf diese Weise mit der Schwerkraft, die die Farbe zu einer schnurgeraden Linie nach unten fließen lässt. Durch exakt festgelegte Drehungen des Bildes ändert sich die Fließrichtung der Farblinien. In mühevollen, langwierigen und präzise festgelegten Arbeitsgängen schafft die Künstlerin in ihren Bildern reduzierte Raumstrukturen durch fließende Linien.

Beide Ausstellungen im Lindenhof können bis 4. September besichtigt werden, jeweils von Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

Die Galerien Thayaland wurden kürzlich mit dem Anerkennungspreis für Kulturinitiativen des Landes Niederösterreich ausgezeichnet. Die offizielle Preisverleihung wird im November stattfinden.

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