Ein Abend mit Hans Gramanitsch

Der "Crocodile Dundee" aus Waidhofen erzählte vor vollem Haus Geschichten aus seinem bewegten Leben. Von den ersten Versuchen der Krokodilzähmung bis zu Expeditionen nach Afrika und Papua-Neuguinea.

Erstellt am 25. Juli 2021 | 16:27

Er machte Waidhofen in ganz Österreich bekannt: Hans Gramanitsch, ein Abenteurer, gleichzeitig auch Discobetreiber. Mit seiner „Orientbar“ mitsamt lebenden Krokodilen und Schlangen wurde er ab den 1960er Jahren zum Magneten für Jung und Alt. Rechtzeitig zum 850-Jahr-Jubiläum der Stadt Waidhofen, wird ihm zu Ehren eine eigene Ausstellung im Stadtmuseum gewidmet.

Für die feierliche Eröffnung der Ausstellung lud die Waldviertel-Akademie Hans Gramanitsch persönlich ein. Er gab einen ausführlichen Einblick in seine Expeditionen und den Betrieb der „Krokobar“. Diese Gelegenheit ließen sich zahlreiche Zuschauer nicht entgehen. In einem vollen Ausstellungsraum lauschten sie den Anekdoten aus dem ereignisreichen Leben des „Crocodile Dundee aus Waidhofen“.

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So erzählte Gramanitsch von den Anfängen der Faszination für die Krokodile: „Ich habe am Elterleinplatz in Wien ein kleines Krokodil gesehen. Das wollte ich unbedingt haben.“ Aus einem wurden bald mehrere. Bei Fachleuten wollte er sich über die Zucht erkundigen, doch niemand hatte Erfahrung.

„Ich war am Wilhelminenberg um zu erfahren, wie die Tiere zahm werden. Da wurde mir gesagt, ein Krokodil kann man nicht zähmen“, schilderte Gramanitsch. Trotz diese Auskunft verbrachte er tagein tagaus mit Füttern, Streicheln und Bürsten. „Es ist dadurch wirklich brav geworden. Wir haben eine Freundschaft zusammengebracht, das glaubt man nicht.“

Begleitend wurden Foto- und Filmaufnahmen aus der Vergangenheit gezeigt. Für großes Amüsement beim Publikum sorgten die Aufnahmen eines Freibadbesuches mit Krokodil Jokl. Bilder des Tieres auf ein Cabrio geschnallt sind unvergessen. Auch Filmdrehs mit den Krokodilen und Regisseuren, die sich beschwerten, dass sich die Tiere „nicht bewegen“, wurden angesprochen. Hans Gramanitschs Lösung: eine Schnur am Krokodilbein.

Weitere Anekdoten widmeten sich den zahlreichen Expeditionen in die Sahara, nach Galapagos oder auch zu den Urvölkern von Papa-Neuguinea. Dort kam der Abenteurer auch in den Besitz eines Schrumpfkopfes, der bei der Ausstellung zu sehen ist. Dass so ein Objekt schwer außer Landes zu bringen ist, ist ein denkbar schwieriges Unterfangen. Der "Schmuggel" gelang ihm indem er den Kopf im inneren eines anderen falschen Kopfes versteckte. Weitere Hintergrundinfos zu den Exponaten erzählte Ausstellungsgestalter Robin Fraberger.

An die Zeiten der „Krokobar“ erinnerte sich auch Kulturstadtrat Herbert Höpfl. „Es war eine schöne Zeit. Damals gab es dieses ganze Marketing noch nicht. Uns war gar nicht bewusst, wie bekannt uns Hans Gramanitsch in Österreich gemacht hat“, erzählte er.

„Hans Gramanitsch lockte es in die weite Welt und er brachte die Welt nach Waidhofen“, meinte der ehemalige Vorsitzende der Waldviertel-Akademie, Ernst Wurz. Für alle, die aus Platzgründen nicht live dabei sein konnten, wurde der Abend auch per Online-Stream übertragen. Das Video ist außerdem auf der Website der Waldviertel-Akademie nachholbar.

Zum Abschluss betonte Hans Gramanitsch, dass er nicht so furchtlos ist, wie es in den Filmaufnahmen oft den Anschein macht: „Ich sehe mich nicht als Abenteurer, sondern als Bürger wie jeder andere. Auch ich habe Angst, denn die braucht es zum Überleben.“