Aufs Impfzentrum folgt der Impfbus

Bis zu 14.500 Stiche wurden in der Sporthalle verabreicht, jetzt im August wird das Angebot im Bezirk Waidhofen an der Thaya ein bisschen mobiler.

Erstellt am 19. August 2021 | 05:26
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Der Impfbus hat im Bezirk Waidhofen seine erste Station in Vitis (27. August, 10 bis 13 Uhr) – und zwar konkret beim neuen Bauhof der Marktgemeinde (Thayaweg 2). Bürgermeisterin Anette Töpfl initiiert eine Würstel-Aktion, um einen Anreiz zu schaffen. Jeder frisch geimpfte Besucher darf sich stärken. Viktoria Wais und Wolfgang „Rex“ Ramharter präsentieren die Teller (v.l.).
Foto: Karin Widhalm

Das Impfzentrum in der Sporthalle gehört seit vorigem Donnerstag der Vergangenheit hat: Das Land fasste den Entschluss, alle Standorte niederösterreichweit zu schließen. 14.310 Impfungen wurden dort verabreicht (21. April bis 12. August): 7.812 Erstimpfungen und 6.498 Zweitimpfungen, gibt die zuständige Abteilung des Landes NÖ bekannt.

„Es war eine organisatorische Herausforderung, gerade am Anfang“, erzählt Liewald im NÖN-Gespräch. Er hat selbst recht kurzfristig eine komplett neue Aufgabe übernommen, innerhalb von zwei Tagen habe er den Job des Impfkoordinators bekommen. Aber: Er konnte auf eine Basis zurückgreifen.

„Wir wollen versuchen, einen kleinen Anreiz zu schaffen, dass man aufmerksam darauf wird.“ Bürgermeister Anette Töpfl über die Würstel-Aktion

Denn die Vorbereitungen für die „Impfstraße“ – so wurden die medizinischen Corona-Versorgungsstellen zuerst genannt – liefen bereits seitens des Bezirks, der Stadtgemeinde Waidhofen und der Ärzte. Die Impfstraße kam nicht wie geplant zum Einsatz, weil das Land mit dem Impfzentrum größere Kapazitäten ausrollen wollte. Impfkoordinator Liewald erhielt aber eine Liste mit Kontaktdaten von Personen, die bei den Impfungen helfen wollten; andererseits stand der Dienstplan für die ersten 14 Tage bereits fest.

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Florian Liewald war bis zuletzt Impfkoordinator im Bezirk.
RK

„Ich habe zwar beim Roten Kreuz Personalverantwortung“, erklärt Liewald, „aber im Prinzip war’s ein Riesenprojekt, das ich in der Form noch nicht gehabt habe.“ 60 Menschen waren im Impfzentrum insgesamt im Einsatz, mit jedem musste ein Dienstvertrag aufgesetzt werden. Liewald arbeitete dafür zuerst mit dem Land NÖ zusammen – für ihn „ungewohnt“. Denn: „Wir sind eine kleine Rotkreuz-Stelle, vieles geht leichter und auf direktem Weg“, erklärt er. Die Bezirkshauptmannschaft ist ihm dann in Personalangelegenheiten zur Seite gestanden: Der persönliche Kontakt hat vieles vereinfacht. „Die Bezirkshauptmannschaft war schon eine große Unterstützung.“

„Ziemlicher Ansturm“ am letzten Tag

Liewald hat mit vielen Menschen im Impfzentrum zusammengearbeitet, die er vorher gar nicht gekannt habe: „Es hat super funktioniert, sie waren alle voll motiviert.“ Den Schlusspunkt hält er für zeitlich gut gesetzt: „Man hat schon gemerkt, dass nicht alle Termine, die verfügbar waren, genutzt wurden. Es wäre ein Blödsinn gewesen, dafür ein Impfzentrum in Betrieb zu halten“, führt er aus. Der letzte Tag konnte ohne Termin aufgesucht werden, das niederschwellige Angebot ist gut angenommen worden: „Es war ein ziemlicher Ansturm“, berichtet Liewald. 115 Personen kamen für den Stich. Die Impfzentrum-Ausstattung in der Sporthalle wird nun abgebaut.

Die Corona-Impfung wird jetzt ausschließlich in Ordinationen bei den niedergelassenen Ärzten verabreicht – oder im Impfbus. Die erste Station im Bezirk ist Vitis – und Bürgermeisterin Anette Töpfl setzt sogar eine eigene Aktion (27. August, 10 bis 13 Uhr). Standort ist der neue Bauhof der Marktgemeinde (Thayaweg 2).

„Wir wollen versuchen, einen kleinen Anreiz zu schaffen, dass man aufmerksam darauf wird“, erklärt sie. Würstel und Getränke stehen für jeden bereit, der sich impfen lässt. Töpfl sagt, dass in ihrer Marktgemeinde noch zu wenige Menschen immunisiert seien.

59,68 Prozent erhielten ihre Teilimpfung. 57,15 Prozent sind vollimmunisiert, in Österreich sind dies 55,92 Prozent (Stand: 15. August). „Es ist nicht zufriedenstellend, ich würde mir einen Wert von 80 Prozent wünschen, weil sonst Leben gefährdet sind“, sagt Töpfl.

Das sei eine gute Basis, um das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben „ganz normal“ weiterverfolgen zu können. „Und damit die Arbeitsplätze erhalten werden können“, ergänzt noch Viktoria Wais. Wolfgang „Rex“ Ramharter glaubt, dass gerade das Halbwissen oder „Unwissen“ über die Impfung so sehr in den Vordergrund gestellt werden, sodass die positiven Effekte untergehen. „Ich würde mir wünschen, dass sich viel mehr von Fachleuten informieren lassen“, sagt er.

Diese Möglichkeit bestehe mit dem Impfbus und Arzt, der Fragen beantworten könne: „Kommt her, informiert euch und holt euch ein Würstel“, appelliert Bürgermeisterin Töpfl.

Die Bauhof-Mitarbeiter helfen bei der Imbiss-Vorbereitung. Der Impfbus wird für alle Gemeindebürger zentral organisiert, laufend sollen aber neue Standorte im Bezirk angefahren werden. Infos: www.impfung.at