Bei Gewitter Bad verlassen!. Freizeitzentrum Waidhofen ist gut ausgelastet. Die Menschen holen sich schon vormittags Eis.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 08. August 2018 (04:51)
Gerald Muthsam
Karina und Andrea Wagner gönnten sich in Waidhofen ein Eis zurErfrischung.

Vom Waldviertel als „Kaltviertel“ kann man im Moment sicher nicht sprechen. Anhaltende Temperaturen um die 30 Grad sorgen auch bei uns für eine Hitzewelle mit allen positiven und negativen Begleiterscheinungen.

Erfreulich sind die Temperaturen für die Bäder, Getränke- und Eisverkäufer. Das Cafe Schützner kann sich hier über eine hohe Frequenz freuen. Die Leute kommen oft schon um 8 Uhr morgens mit Kühlboxen und nehmen sich das erfrischende Eis mit. Fruchteis ist besonders beliebt bei der Hitze, aber auch ausgefallene Sorten wie Apfelstrudel, Sambucco (schwarzer Holunder) oder Salzburger Nockerl sind gefragt.

"Der Eiskonsum ist natürlich sehr gut"

Das Freizeitzentrum in Waidhofen kann sich auch nicht über mangelnden Besuch beklagen. Bereits um 9 Uhr strömen die ersten Besucher ins Bad, um sich in das kühle Nass zu stürzen. Die Gäste bleiben meist den ganzen Tag. Mittelmäßig ist der Besuch am Badeteich Dobersberg tagsüber. Die Leute vermeiden die größte Hitze und kommen erst am Abend. Viel los ist im Waldbad in Groß Siegharts. Der große Besucheransturm beginnt hier meist ab 13 Uhr. „Der Eiskonsum ist natürlich sehr gut und Getränke wie Soda-Zitrone und leichte Sommerspritzer sind sehr gefragt“, erzählt die Betreiberin Monika Hirtl.

Sie beklagt jedoch, dass die Leute nicht mehr gut mit der Hitze zurecht kommen. Sie werden leicht ungeduldig und gereizt. Sie haben auch kein Bewusstsein für die Gefahren bei einem aufziehenden Gewitter. Wenn man sie bittet, das Wasser beziehungsweise die Anlage zu verlassen, wird man nicht gehört oder nicht ernstgenommen. Braut sich ein Gewitter zusammen, sollte man jedoch schnellstmöglich das Schwimmbad verlassen. Zum einen schlagen Blitze zumeist an erhöhten Punkten ein, was bedeutet, dass der aus dem Wasser ragende Schwimmer sich einer erhöhten Gefahr eines potenziellen Blitzschlags aussetzt. Zum anderen ist es so, dass Wasser Strom sehr gut leitet. Das heißt, bei einem Blitzschlag breitet sich die elektrische Ladung in alle Richtungen des Schwimmbeckens aus und für den Menschen besteht dann Lebensgefahr.

Hitzetipps vom Roten Kreuz

Gesundheitlich dürfte sich die Hitzewelle noch nicht sehr auf die Bevölkerung auswirken. Auf Nachfrage beim Roten Kreuz gibt es diesbezüglich keine vermehrten Einsätze. Die älteren Leute sind sehr vernünftig und bleiben zu Hause. Das Rote Kreuz gibt folgende Hitzetipps:

  • Auch kurzzeitige Aufenthalte in parkenden Fahrzeugen können für Kleinkinder, Tiere, ältere und kranke Menschen gefährlich werden; die Temperatur steigt hier sehr schnell auf über 50 Grad an.
  • Pro Tag sollten mindestens 2-3 Liter Flüssigkeit getrunken werden – möglichst Mineralwasser oder verdünnte Fruchtsäfte, aber keinesfalls Alkohol oder koffeinhaltigen Getränke (z.B. Kaffee, Cola); außerdem sollte leichte Kost auf dem Speiseplan stehen.
  • Körperliche Anstrengungen (vor allem im Freien) sollten möglichst vermieden bzw. an den Tagesrand (morgens, abends) gelegt werden.
  • Im Schatten bleiben! Wer in der prallen Sonne liegt, riskiert neben Sonnenbrand auch Hautkrebs und Kollaps.
  • In der Sonne sollte stets eine Kopfbedeckung getragen werden – dies gilt besonders für Kinder und Babys.
  • Klimaanlagen sollten nur auf fünf Grad unter der Außentemperatur eingestellt werden. Je tiefer man die Temperatur einstellt, desto mehr belastet man seinen Kreislauf.