Bezirksjägermeister Albin Haidl: „Tiere brauchen Ruhe!“. Die Coronakrise lockt viele ins Freie: Bezirksjägermeister Albin Haidl appelliert, markierte Wege nicht zu verlassen. Der Frühling sei eine heikle Phase für die Jungtiere.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 02. April 2020 (06:19)
Bezirksjägermeister Albin Haidl: „Wildlebensraum muss akzeptiert werden.
zVg

Bezirksjägermeister Albin Haidl appelliert an alle Spaziergänger, sich an die Verordnungen der Bundesregierung und des Jagdgesetzes im Sinne der Wildtiere einzuhalten. Viele nutzen während der Coronakrise die Gelegenheit zu ausgedehnten Spaziergängen im Wald oder auf dem Feld. „Die Jägerschaft des Bezirks ruft daher alle Freizeitnutzer auf, die markierten Wege nicht verlassen, die Wildlebensräume und -einstände zu respektieren und Hunde – auch zu ihrem eigenen Schutz – angeleint zu führen.“ Haidl hat Gegenteiliges beobachtet und gehört.

Dabei sei es gerade gegen Abend und frühmorgens wichtig, den Tieren ihre Ruhe zu gönnen. „Denn in dieser Zeit sind sie auf Nahrungssuche unterwegs und sollten nicht gestört werden.“ Der Frühling ist überdies eine heikle Phase.

Das Niederwild und hier vor allem der Feldhase haben bereits Junge gesetzt, auch beim Fasan und Rebhuhn werden in den nächsten Monaten Küken auf den Feldern sein. „Die Vegetation ist jedoch noch nicht voll entwickelt, weshalb Jungtieren Deckung und Äsung fehlen. Daher sind sie auf Ruhe und Schonung angewiesen .“

Die ersten Rehkitze werden ab Ende April zur Welt kommen, „auch sie brauchen besonderen Schutz“. Haidl betont: „Beim Kontakt mit Jungwild dieses bitte nicht anfassen, denn die Muttertiere haben die Jungen zu deren Schutz alleine abgelegt und kehren immer wieder zu ihren Kindern zurück.“

Freilaufende Hunde seien zudem ein enormes Risiko, da etwa Junghasen nicht flüchten und auf ihre Deckung vertrauen und die Küken des Federwilds noch nicht fliegen können und auf dem Boden zu langsam sind. „Wir appellieren daher an alle Menschen, im Sinne der Wildtiere die Vorschriften in den Wäldern und rund um die Felder einzuhalten.“

Der Bezirksjägermeister erinnert zudem daran, das die Jäger ein Garant für Wildbret ist. „Wildschwein und Rehwild liefern bekömmliche Nahrungsmittel, die in unseren Revieren gewonnen werden“, erklärt Haidl. Geboten wird zum Teil frisches und vakuumiertes Wildfleisch, „derzeit eventuell auch zugestellt“. Man könne mit einem Jäger des Vertrauens Kontakt aufnehmen. „Er wird erklären, wie man zu Wildbret aus dem Waldviertel kommt.“