Blackout: Gerüstet für den Ernstfall?

Gemeinden und Hilfsorganisationen im Bezirk Waidhofen/Thaya bereiten sich auf Stromausfälle vor.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:22
Bezirk Waidhofen - Blackout: Gerüstet für den Ernstfall?
Vor den Folgen eines großräumigen Stromausfalls wird schon lange gewarnt. Um einen kompletten Zusammenbruch der Infrastruktur im Ernstfall zu verhindern, laufen fortwährend Maßnahmen zur Vorbereitung bei Verwaltung und Hilfsorganisationen.
Foto: Symbolbild/ Shutterstock

Vor der Gefahr eines großflächigen Stromausfalles wird schon seit geraumer Zeit gewarnt. Die Vorbereitung auf den Ernstfall ist das Um und Auf, denn was tun, wenn plötzlich Heizung und Licht nicht mehr funktionieren und keine Kommunikation möglich ist? Auch vonseiten der Bezirkshauptmannschaft, der Gemeinden sowie der Blaulichtorganisationen gibt es einiges zu bedenken.

Kritische Infrastrukturen zu erhalten ist der springende Punkt im Ernstfall. „Derzeit gibt es einen bezirksweiten Katastrophenschutzplan, der auf den einzelnen Katastrophenschutzplänen der Gemeinden aufbaut. Zusätzlich wird momentan ein detaillierter Alarmplan für ein mögliches Blackout-Szenario unter Mitwirkung der Einsatzorganisationen ausgearbeitet“, erzählt Bezirkshauptfrau-Stellvertreter Johannes Tüchler.

Laut ihm sei der Bezirk für den Katastrophenfall gerüstet, da die Vorbereitungsmaßnahmen bei Behörden und Einsatzorganisationen schon seit einigen Jahren laufen. Auch ein Bewusstsein für das Problem sei mittlerweile in der Bevölkerung angelangt.

Die Katastrophenschutzpläne (KAT) selbst, sehen die Feuerwehrhäuser als zentrale Anlaufstelle im Falle des Blackouts vor. „Dort soll die Grundversorgung der Bevölkerung erfolgen und wichtige Informationen weitergegeben werden“, erzählt Tüchler.

Genaueren Einblick in die Katastrophenpläne gibt Feuerwehr-Bezirkskommandant Manfred Damberger: „Genau dieses Konzept wird in den nächsten Wochen weiter ausgearbeitet. Jedes Feuerwehrhaus im Bezirk soll zum Feuerwehr- und Sicherheitszentrum werden.“

Kommunikation dürfte ernstes Problem werden

Der Knackpunkt sei dabei die Aufrechterhaltung des Informationsflusses für die Bevölkerung. „Jeder glaubt, dass man im Fall des Blackouts nur ein Notstromaggregat braucht. Das ist aber eigentlich nur sekundär. Das Hauptproblem wird die Weitergabe von Informationen sein“, erklärt Damberger. Die Feuerwehrhäuser werden also im Katastrophenfall die erste Anlaufstelle der Bevölkerung bei allen Fragen in Sachen Strom und Sicherheit sein. Das Kommunikationsnetz der Feuerwehr spielt eine tragende Rolle, denn es kann nur mit Notstrom aufrechterhalten werden.

Noch ist der Punkt einer flächendeckenden Notstromversorgung allerdings nicht erreicht. Die Bestrebungen würden aber laufen, Notstromaggregate für jedes Feuerwehrhaus anzuschaffen. Fahrzeuge seien teilweise schon mit entsprechenden Geräten ausgestattet.

Mit der Vorsorge abgeschlossen hat bereits das Rote Kreuz. „Wir haben einen großen Treibstofftank angeschafft, damit wir unseren Notstromgenerator für einen gewissen Zeitraum versorgen können“, erzählt Bezirkskommandant Werner Kronsteiner. Beim Neubau des Rot-Kreuz-Hauses wurde der Notstrom schon mitbedacht. Auch die Versorgung der Fahrzeuge mit Treibstoff sei dadurch kein Problem. Sollte der Blackout besonders heftig ausfallen, gäbe es aber auch noch ein Übereinkommen der Blaulichtorganisationen mit dem Lagerhaus, welches weiteren Treibstoff liefern könnte.

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