Erfolg mit Zuckerrüben

Im Bezirk Waidhofen wurden erstmals von 25 Landwirten insgesamt 125 Hektar Zuckerrüben erfolgreich gepflanzt und stehen kurz vor der Ernte. Feldbegehung in Liebnitz.

Gerald Muthsam Erstellt am 07. Oktober 2021 | 05:47
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Bei der Feldbegehung: Philipp Pall (Kulturberater Agrana), Nikolaus Noé-Nordberg (Kammerobmann Bauernkammer Waidhofen), Herbert Gutkas (Kammersekretär Bauernkammer Waidhofen), Landwirt Christoph Gutkas, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer (LK) NÖ Lorenz Mayr, Markus Schöberl (Rübenbauernbund für NÖ und Wien), Manfred Weinhappel (Leiter Pflanzenproduktion LK NÖ), Christian Emsenhuber (Pflanzenschutzberater LK NÖ) und Werner Zuser (Geschäftsführer Österreichische Rübensamenzucht).
Foto: Gerald Muthsam

Was sich vor kurzer Zeit noch niemand vorstellen konnte, ist jetzt Realität. Quer durch den Bezirk wurden erstmals von 25 Landwirten insgesamt 125 Hektar Zuckerrüben erfolgreich gepflanzt und stehen kurz vor der Ernte. Die Initiative dafür wurde von der Bezirksbauernkammer Waidhofen gesetzt. Kürzlichr wurde zur ersten „Feldbegehung Zuckerrübenanbau“ in Liebnitz geladen. Dabei wurde die Frage behandelt, wie geht es der Zuckerrübe im Bezirk Waidhofen?

Guter Ertrag erwartet

Augenscheinlich geht es ihr überraschend gut, wie bereits einige geerntete Rüben zeigen. Die Größe stimmt, und die Blätter sind gesund. Es wird ein Ertrag von 75 Tonnen pro Hektar erwartet, das würde nur geringfügig unter dem heurigen Durchschnittsertrag von 78 Tonnen in den klassischen Anbaugebieten liegen. Über den Zuckergehalt kann man derzeit noch nichts sagen, da die Rüben erst Mitte Oktober geerntet werden.

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Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, Lorenz Mayr, betonte, dass der Kammer die Zuckerrüben ein großes Anliegen seien, da der Rüsselkäfer im Vorjahr im Weinviertel stark gewütet habe und dadurch die Anbaufläche stark gesunken sei. Der Druck des Käfers habe zwar nachgelassen, man brauche jedoch jährlich eine Anbaufläche von 38.000 Hektar, damit die Zuckerrübenfabrik in Leopoldsdorf weiterbetrieben werden könne. Außerdem sei die Rübe ein wichtiges Glied in der Fruchtfolge. Je breiter die Fruchtfolge, umso besser sei es für den Boden. Die Cercospora-Blattfleckenkrankheit habe man mit speziellen Züchtungen wieder im Griff. Die Gegend im oberen Waldviertel habe auch den Vorteil, dass Schädlinge noch nicht verbreitet seien.

Logistik wird organisiert

Markus Schöberl vom Rübenbauernbund für NÖ und Wien empfiehlt den Bauern, Mitglied bei der Österreichischen Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft (ÖZVG) zu werden. Dadurch bekomme man zwei Euro mehr pro Tonne und automatisch die Logistik für den Abtransport von der Agrana organisiert. Neueinsteiger bekämen nächstes Jahr 28 Euro pro Tonne - plus die zwei Euro für ÖZVG Mitglieder. Der Rübenpreis zeige derzeit eine Tendenz nach oben.

Landwirt Christoph Gutkas erzählte vom Anbau der Zuckerrüben. Die Aussaat war am 22. April. Der Boden sei sandig, dies sei wichtig für die Durchlüftung und die schnelle Erwärmung. Vorfrucht war der Roggen, danach erfolgte eine Begrünung mit Mulchsaat. Der Boden wurde einmal im Frühjahr mit der Scheibenegge bearbeitet. Neben der Düngung wurden die Pflanzen zwei Mal mit Pflanzenschutz und einmal mit Fungiziden behandelt.