Glasfaser wertet Region auf. Modellregion für Glasfaser-Ausbau war Glücksfall für Bezirk Waidhofen/Thaya. Rund 9,5 Millionen Euro kamen aus Bundesförderung.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 19. August 2020 (04:13)
Bürgermeister Rudolf Mayer zeigt die letzten Kabelrollen auf dem Lagerplatz, die an den Glasfaserausbau in der Gemeinde Raabs erinnern.
Gerald Muthsam

Mit dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie in Österreich ist die Bedeutung der flächendeckenden und leistungsfähigen Kommunikationsinfrastruktur noch stärker ins Zentrum gerückt. Ziel der Bundesregierung ist es, Österreich zu einer der führenden Digitalnationen innerhalb der Europäischen Union weiterzuentwickeln. Im Rahmen der bisherigen Ausschreibungen aus der Breitbandförderung hat der Bezirk Waidhofen in den Jahren 2015 bis 2019 rund 9,5 Millionen Euro Förderung erhalten.

„Diese Förderungen können von privaten Firmen oder auch der NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) zum Ausbau der Breitband-Infrastruktur beantragt werden“, erklärt Eduard Köck, Obmann der Kleinregion Zukunftsraum Thayaland.

Radweg war wesentlich für flächendeckenden Ausbau

Er erinnert auch, dass der Bezirk den flächendeckenden Glasfaserausbau dem Radweg zu verdanken hätte. „Damals wurden vom Land Niederösterreich drei Modellregionen für den Ausbau ausgewählt“, beschreibt er die Situation. „Wir haben vorgebracht, dass bei uns ein Radweg entsteht, der durch den ganzen Bezirk führt, und man hier gleich eine Leitung verlegen könnte. Darum wurden wir als vierte Modellregion dazu genommen.“ Ein Ausbau dieser Qualität werde wahrscheinlich in keinem anderen Bezirk wieder möglich sein.

3,7 Millionen Euro für Raabs

In die Gemeinde Raabs flossen laut Angaben des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus mit rund 3,7 Millionen Euro die meisten Bundesmittel im Bezirk.

„Über Kosten kann ich gar nichts sagen, da über die Gemeinde direkt nichts läuft, sondern alles über die nöGIG“, sagt Bürgermeister Rudolf Mayer. „Aber es ist durchaus mit der Größe des Gemeindegebietes mit rund 134 Quadratkilometern und 33 Katastralgemeinden erklärbar.“ Die 40 Prozent Zusagen wurden gemeindeweit deutlich geschafft, darum seien alle Orte angeschlossen und sicher einige Kilometer an Leitungen verbaut worden. „Wir sind sehr froh, dass wir das Breitband jetzt haben, denn dadurch wird die Region sehr aufgewertet.

Waidhofen: Litschauer ist mit Ausbau unzufrieden

Nicht zufrieden mit dem Ausbau ist Waidhofens Vizebürgermeister Martin Litschauer: „Wir werden demnächst ein Gespräch mit der Nögig führen. Es ist nicht nur die Stadtgemeinde betroffen, in der wir nicht den Ausbaugrad haben, den wir uns wünschen, sondern auch in den Dörfern draußen wie in Schlagles, Puch und Matzles ist der Ausbau noch nicht durchgeführt. Also, wir haben noch viele Baustellen offen.“

In der Stadt wird von der Firma Speeding und von A1 ausgebaut. „Als Privatanbieter bauen diese nicht flächendeckend aus, sondern nur wenn entsprechender Bedarf herrscht und sie eine Wirtschaftlichkeit sehen“, meint Litschauer.

Bis 200 Mbit im Kabelnetz

Jürgen Moldaschl von der Firma Speeding berichtet, dass jetzt auf den Kanälen im Kabelnetz mehr Frequenzen aufgeschaltet worden seien, dadurch seien höhere Geschwindigkeiten möglich. Man könne in Waidhofen jetzt bis zu 200 Mbit anbieten.

Dietmanns: Netzausbau durch A1, die letzten Meter aber nur Kupfer

In Dietmanns wurden die 40 Prozent Zusagen nicht erreicht, darum wurde das Netz von A1 ausgebaut. „Die Ausbauarbeiten sind soweit abgeschlossen, und die Leitungen gehen laut A1 mit 15. September in Betrieb“, berichtet Bürgermeister Harald Hofbauer. „Es wurden Glasfaserknotenpunkte errichtet, die letzten Meter zu den Haushalten sind Kupferleitungen.“ Es seien Bandbreiten bis zu 300 Mbit pro Haushalt möglich, und man könne auch andere Provider wählen als A1.

„Jeder, der einen bestehenden Festnetzanschluss im Haus hat, kann das nun nutzen“, meint der Bürgermeister.

Leerverrohrung bot Kautzen einen Vorsprung

In Kautzen ist man ebenfalls mit dem Ausbau und dem Anschluss, bis auf Reinberg-Dobersberg, komplett fertig. „Es gab eine bestehende Lehrverrohrung in Teilen von Illmau und Kautzen, die von der die nöGIG abgelöst wurde. „Kautzen war dadurch einer der ersten Orte, die angeschlossen wurden“, berichtet Wühl.

Pfaffenschlag ist fertig

„Bei uns hängen auch bereits alle Orte am Glasfasernetz, kleine Asphaltarbeiten sind noch zu machen“, erzählt Willi Pollak, Bürgermeister von Pfaffenschlag. Ebenso sind alle Katastralgemeinden in Waldkirchen ausgebaut. „Wir haben auch bei unserer Freizeitanlage, in allen Feuerwehrhäusern und im Hanftal einen Anschluss“, schildert Bürgermeister Rudolf Hofstetter.

Umfrage beendet

  • Seid ihr mit eurer Internetanbindung zufrieden?