Heftiges Gewitter: „Ich dachte, das Haus stürzt ein“. Eine Spur der Verwüstung zog ein Unwetter am Montagabend quer durch den Bezirk Waidhofen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 01. Juli 2019 (21:10)

Eine starke Gewitterzelle bewegte sich ab ca. 18.30 Uhr von Pfaffenschlag über Thaya und Karlstein bis nach Raabs und Aigen und sorgte mit Sturm, Starkregen und kleineren Hagelkörnern in elf der 15 Gemeinden des Bezirks für zahlreiche Feuerwehreinsätze.

In der Stadtgemeinde Groß Siegharts kam es gleich zweimal zu gefährlichen Situationen. In Sieghartsles stürzten elf Bäume auf ein Wohnhaus. Der 71-jährige Bewohner saß zu diesem Zeitpunkt gerade am Computer, als die Bäume auf das Dach fielen.

Selbst Futtersilo wurde umgeweht

„Ich dachte, jetzt stürzt das ganze Haus ein“, schildert der Besitzer die dramatischen Augeblicke. Die Wassermassen schossen einen Abhang hinab am Wohnhaus vorbei. Gleichzeitig stieg der Wieningsbach an und unterspülte eine komplette Baumreihe neben dem Haus.

Der Mann kam mit dem Schrecken davon und wurde von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht.

In Wienings wehten die orkanartigen Sturmböen einen leeren Futtersilo um, der auf eine Hackschnitzel-Lagerhalle stürzte. Die FF Karlstein entfernte den Silo mit einem Kran.

Auch die FF Waidhofen hatte alle Hände voll zu tun. Um 18.33 Uhr erfolgte die erste Alarmierung zu einem umgestürzten Baum in der Moritz-Schadek-Gasse, Höhe Freizeitzentrum. Schon während der Entfernung des Baums kam die nächste Alarmierung: Ein Baum war bei der Vestenöttinger Kreuzung auf die B5 gestürzt.

Der dritte Einsatz führte die Wehr in den Stadtpark, wo ein großer Baum auf das Dach einer Garage gestürzt war. In der Ziegengeiststraße im Bereich der Waldrappvoliere war die Fahrbahn durch Starkregen überflutet – die Feuerwehr musste die Kanaleinlässe händisch von Baumteilen und Blättern reinigen.

Insgesamt standen wegen umgestürzten Bäumen, verstopften Kanaleinlässen und überfluteten Straßen 27 Feuerwehren mit 250 Mann im Einsatz.