Hohe Waldbrandgefahr: Feuerwehr für alles vorbereitet. Bezirksfeuerwehrkommandant sieht seine Mannschaft für Ernstfall bestens gerüstet.

Von Hannes Ramharter. Erstellt am 01. August 2018 (05:24)
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Beim Waldbrand in Waldreichs konnte auch nach Einsatz eines Spürhundes keine Brandursache festgestellt werden. Zum Glcük war die feuerwehr rasch zur Stelle und löschte.

Die hohen Temperaturen und die Trockenheit lassen die Wald- und Flurbrandgefahr weiter steigen. Kurze Gewitterschauer können die Situation nicht entschärfen. Dazu kommt auch noch, dass durch die Borkenkäfer-Plage viel im Wald gearbeitet werden muss, was ein weiteres Gefährdungspotenzial darstellt.

Auch international sorgten in den letzten Tagen Waldbrände für viel Leid und großen Schaden, zum Beispiel in Griechenland, wo es sogar mehr als 90 Todesopfer zu beklagen gab oder in Schweden, wo mehr als 30 Hektar in Flammen standen.

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Eine weitaus schlimmere Katastrophe konnte in der Vorwoche durch die gut gerüsteten Feuerwehren in Waldreichs verhindert werden.

Bezüglich der Brände in Schweden wurden sogar in Niederösterreich bereits Vorbereitungen für einen Hilfseinsatz getroffen, u.a. hätte der Bezirk Waidhofen wieder den Versorgungszug gestellt. Dass es dann nicht dazu gekommen ist liegt an der Tatsache, dass letztlich Schweden die Hilfeleistung nicht mehr angefordert hat, weil durch prognostizierte Regenfälle bereits Linderung in Sicht war.

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Dramatische Szenen können sich bei Waldbränden abspielen. In Griechenland kam es zu mehr als 90 Todesopfern.

Bezirksfeuerwehrkommandant Manfred Damberger ist aber überzeugt, dass die Bevölkerung in Niederösterreich und besonders im Bezirk Waidhofen bestens geschützt ist. „Eine flächendeckende Versorgung durch die Feuerwehr gibt es nur in NÖ und besonders im Bezirk Waidhofen, und zwar so wie kaum in einem anderen Gebiet weltweit“, stellt er fest.

Es könnte daher so große Brände wie in Schweden oder Griechenland gar nicht geben, weil dort in keinem Ort, Bezirk und Land so viel Material und Mannschaft vorhanden ist. Damberger erinnert daran, dass der griechische Ministerpräsident Tsipras nach dem Ausbruch des Feuers gesagt hatte, dass „schon 600 Feuerwehrleute im Einsatz“ seien. „Der Bezirk Waidhofen allein hat 4.800 Feuerwehrmitglieder, in Niederösterreich gibt es 100.000“, streicht Damberger den Unterschied hervor.

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Bezirkskommandant Manfred Damberger ist überzeugt, dass die Feuerwehr in NÖ jedes Szenario im Griff hätte.

Trotzdem wird diesbezüglich das Steuergeld in Niederösterreich effizient eingesetzt, betont Damberger weiter. „Es ist ein Beruhigungsfaktor für die Bevölkerung, dass bei uns so viel Geld, so viel Steuergeld für Ausrüstung und so viele Freiwillige bereit stehen, um genau im Moment einer gefährlichen Situation eingesetzt werden zu können.“ Und der Bezirksfeuerwehrkommandant ist überzeugt, dass die Feuerwehr für alle Fälle vorbereitet ist. „Es gibt kein Einsatzszenario, für das wir nicht vorbereitet wären. Wir üben, wir schaffen Geräte an und wir motivieren die Mannschaft“, stellt er klar.

Dazu gehören aber auch Feste und Veranstaltungen, meint Damberger weiter. In diesem Zusammenhang ist er noch immer begeistert von den Landesfeuerwehrleistungsbewerben in Gastern. Dort hat zum Beispiel der Obmann des Sportvereins Gastern, Markus Schweichhart, zu ihm gemeint: „Hut ab, wie Ihr organisiert seid!“

Wichtige Regeln sollen eingehalten werden

Bezüglich der akuten Waldbrandgefahr verweist die Feuerwehr darauf, dass derzeit bestimmte Regeln eingehalten werden sollen. So sollte man zum Beispiel unbedingt auf Folgendes achten:

  • Kein offenes Feuer (Grillen, Lagerfeuer, Zigaretten, Fackeln und Laternen) im Wald und im umliegenden Bereich
  • Keine Zigaretten und Zündhölzer achtlos wegwerfen.
  • Keine Fahrzeuge auf Wiesen oder Waldflächen anhalten oder abstellen, die heißen Auspuffrohre oder der Katalysator können Feuer entfachen!
  • Höchste Vorsicht auch beim Grillen im eigenen Garten - ein Funke genügt, um eine Hecke in Brand zu setzen.
  • Einen entstandenen Brand sofort über Notruf 122 der Feuerwehr melden, dabei den Ort so genau wie möglich angeben.

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