Kinderbetreuung in den Ferien: Ein Mehr an Angebot. Gemeinden reagieren auf Nachfrage, auch mit Bündelung der Kräfte.

Von Karin Pollak und Karin Widhalm. Erstellt am 13. Juni 2019 (05:46)
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Endlich Ferien! Für die Eltern sind Ferien nur entspannend, wenn dieBetreuung der Kinder gesichert ist.

Ferienbetreuung für Kinder wird in fast jeder Gemeinde geboten: Das berichtet SP-Gemeindevertreter-Obmann Gerald Matzinger. Die Nachfrage steigt in größeren Gemeinden wie in der Stadt Waidhofen oder in Groß Siegharts.

„Das ist zwar sehr kostspielig. Schön wäre es, wenn wir mehr Unterstützung hätten“, findet Matzinger, der auch Bürgermeister in Groß Siegharts ist. Letztlich profitiere aber die Gemeinde. „Es macht einfach Sinn. Die Gefahr, dass Familien erst wieder in Ballungszentren gehen, ist sonst zu groß.“

Die Gemeinde sei gefordert. „Bis jetzt können wir auf die Wünsche eingehen“, führt Matzinger aus. „Wir schauen uns jedes Jahr die Geburtenrate an und können schon im Vorfeld reagieren. Entscheidend wird’s dann bei der Anmeldung.“ Für die Eltern sei es grundsätzlich wichtig zu wissen, dass das Angebot überhaupt besteht.

Ferienbetreuung in Vitis kommt gut an

Die Ferienbetreuung in der Volksschule Vitis ist bereits ausgebucht, im Kindergarten bilden sich im Sommer zwei Gruppen. „Dieses Angebot wird zu einem kulanten Preis angeboten, rund 40 Prozent trägt die Gemeinde“, betont Bürgermeisterin und ÖVP-Gemeindeparteiobfrau Anette Töpfl.

Zusätzlich organisiert und finanziert die ÖVP das Ferienspiel, das zu den Sperrzeiten des Kindergartens besonders viele Termine aufweist. Das Gesamtpaket sei wichtig, aber das brauche auch Personen, die es nützen. Melden sich zu wenige an, ist das Angebot nicht durchzuführen. Kleinere Gemeinden können die Betreuung von Kindern kaum realisieren.

„Mir ist die Kinderferienbetreuung absolut wichtig“, betont Bürgermeister Robert Altschach. „Die Kinder haben neun Wochen Ferien, die Eltern können nicht so lange in Urlaub gehen.“ Waidhofen bietet Ferienbetreuung im Kindergarten und in der Volksschule an.

2019 steht eine Premiere bevor: Der Volksschulverband setzt erstmals die Kinderferienbetreuung mit Waidhofen-Land um – und zwar nicht im Kulturschlössl, sondern in der Volksschule. Eine Kräftebündelung offenbart sich auch östlich.

Rabbs erstmals bei "Kinder-Ferien-Thayatal" dabei

Raabs beteiligt sich heuer zum ersten Mal am „Kinder-Ferien-Thayatal“ der Gemeinden Drosendorf-Zissersdorf, Geras, Japons, Langau, Pernegg (Bezirk Horn) und Hardegg (Bezirk Hollabrunn). Den Zusammenschluss begründet Bürgermeister Rudolf Mayer mit der Landesausstellung in Raabs und Horn, seitdem wendet sich „seine“ Stadt mehr dem Osten zu. Der vom Leader-Programm geförderte Verein „Waldviertler Wohlviertel“ organisiert das Angebot.

Kinder von 3 bis 14 Jahren, die in einer der Gemeinden wohnen oder deren Eltern dort arbeiten, werden an vier Wochen in Geras, Weitersfeld, Japons und Raabs betreut. Das Montessorihaus in Kleineberharts denkt für das nächste Jahr eine durchgehende Ferienbetreuung für Kinder an.

„Der Bedarf dafür wird bei den Eltern am Beginn des Schuljahres erhoben“, berichtet Dorfschule-Mitgründer Uwe Kranner. Projekte für die Schüler gibt’s seit vielen Jahren in den Ferien: erlebnispädagogische Wochen im Waldviertel oder für Ältere eine Studienreise nach Lappland. 2019 findet erstmals kein Ferienprojekt statt, weil eine groß angelegte Fortbildung für Pädagogen der Dorfschule nach Norwegen geplant ist.

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