Lange Haftstrafen für Prügel-Eltern. Kein Pardon für Paar, das zwei Kinder misshandelte: unbedingte Haft, nicht rechtskräftig.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:55)
NOEN, Symbolbild
Angeblich täglich ist es in einer Familie in der Gemeinde Karlstein zu Misshandlungen der Kinder gekommen.

Von Prozessbeginn an stellte sich für den Kremser Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Julia Bennersdorfer eine zentrale Frage: Sind die beiden Angeklagten aus dem Bezirk Waidhofen Prügeleltern?

Die Vorwürfe gegen die 32-jährige Mutter und den Vater (53) aus der Gemeinde Karlstein waren massiv: Nahezu tagtäglich soll das Paar zwei seiner gemeinsamen Kinder, die beiden unmündigen Söhne (beginnend ab dem sechsten Lebensjahr) misshandelt und ihnen Schläge gegen Kopf und Gesäß sowie Ohrfeigen versetzt haben – und dies über Jahre.

Buben sollen tagtäglich misshandelt worden sein

Bis der staatliche Fürsorgedienst einschritt und die Kinder am 3. April 2013 dem Zugriff der Eltern entzog und sie in einer betreuten Wohngemeinschaft für Kinder und Jugendliche unterbrachte. Staatsanwalt Franz Hütter sprach von den Verbrechen der fortgesetzten Gewaltausübung. Tagtäglich sollen die Buben misshandelt worden sein.

„Ohrfeigen setzte es beim geringsten Fehlverhalten als Strafsanktion oder einfach nur, weil die Kinder laut waren und den Eltern auf die Nerven gegangen sind. Das Paar führte eine konfliktbeladene Beziehung, verbrachte viel Zeit vor dem Computer und vernachlässigte die Erziehung“, listete der Ankläger die elterlichen Schandtaten auf.

Kinder berichteten von regelmäßigen Schlägen

„Ich habe meine Kinder nie geschlagen. Ich glaube auch nicht, dass sie sich vor mir fürchten. Sie lieben mich“, beteuerte der Vater lautstark. Auch die Mutter wollte niemals die Hand gegen eines ihrer Kinder erhoben haben.
„Dagegen stehen die belastenden und glaubwürdigen Aussagen der Kinder. Sie sprechen von regelmäßigen Schlägen“, entgegnete hingegen Richterin Bennersdorfer. Nach einem umfangreichen Beweisverfahren befand der Schöffensenat das Angeklagten-Duo für schuldig: Die Mutter wurde zu fünf Jahren Gefängnis, der Vater zu sechs Jahren hinter Gittern verurteilt. Das Paar meldete sofort Rechtsmittel an.