Leistbares Bauland als Anreiz für Bevölkerung. Vitis und Waidhofen-Land haben stärksten Zuwachs, Raabs und Gastern den größten Abgang.

Von Michael Schwab. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:29)
NOEN, Michael Schwab
Mit viel Bauland für junge Familien kann Vitis punkten: Bürgermeisterin Anette Töpfl mit Klaus, Julian, Daniela und Lena Loidolt, die seit 2012 in der neuen Siedlung in der Seewiesenstraße wohnen.

Zwei Gewinner-Gemeinden gibt es hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung im Bezirk: Vitis und Waidhofen-Land.

In letzterer Gemeinde stieg die Einwohnerzahl zwischen dem 1. Jänner 2016 und dem 1. Jänner 2017 um 20 Einwohner von 1.247 auf 1.267 an. „Das liegt daran, dass wir viel Bauland für junge Familien geschaffen haben, schöne Siedlungen zu einem erschwinglichen Preis. Das ist ein Anreiz zur Ansiedelung, um Nachwuchs auf die Welt zu bringen“, begründet Bürgermeister Christian Drucker die erfreuliche Entwicklung.

Vitis verzeichnet Plus an Einwohnern

Ein Plus von 17 Einwohnern kann die Marktgemeinde Vitis verzeichnen. „Wir bemühen uns laufend, Bauland zur Verfügung zu stellen. Derzeit beobachten wir einen Trend, dass auch in den Ortschaften wieder gebaut wird, weshalb wir mit der nächsten Änderung des Raumordnungsprogrammes dort einige Widmungen für rund 20 neue Bauplätze durchführen wollen“, erklärt Bürgermeisterin Anette Töpfl. Auf der anderen Seite habe es aber auch relativ viele Sterbefälle und wenig Geburten gegeben, gibt Töpfl dennoch zu bedenken.

Relativ viele Geburten gab es hingegen in Thaya, wodurch sich summa summarum ein leichtes Plus von drei Einwohnern ausging.

Den stärksten Bevölkerungsrückgang im Bezirk verzeichnet man in der Stadtgemeinde Raabs - ein Minus von 29 Hauptwohnsitzern. „Diese Entwicklung haben wir leider schon seit Jahren, im Vorjahr führe ich einen Großteil des Rückgangs aber auf eine geringere Zahl von Flüchtlingen in der Gemeinde zurück. Statt 50 haben wir jetzt nur mehr 35, viele ziehen, wenn sie einen positiven Asylbescheid erhalten, weg. Darüber hinaus hatten wir 2016 überdurchschnittlich viele Sterbefälle, außerdem melden immer wieder Studenten ihren Hauptwohnsitz nach Wien um, wegen dem Parkpickerl“, führt Bürgermeister Rudolf Mayer aus. Vor diesem Hintergrund sei das Ergebnis erklärbar und nicht dramatisch.

Zweitstärksten Rückgang in Gastern

Den zweitstärksten Rückgang von 17 Hauptwohnsitzern gibt es in Gastern. „Wenn man die Zahl der Geburten und Sterbefälle gegenüberstellt, habe ich ein klares mathematisches Ergebnis. Der natürliche Abgang durch Todesfälle macht einen Großteil aus. In Zukunft wird es ohne Zuwanderung schwierig werden, bestehende Strukturen zu erhalten. Unser Ziel ist es, die Infrastruktur zu erhalten, es wird aber auch die Initiative der Bevölkerung brauchen, um eine Trendwende zu erreichen“, meint Bürgermeister Roland Datler. Der Glasfaser-Ausbau sei dafür eine Chance - wenn es dadurch gelingt, Unternehmen zur Ansiedelung zu bewegen, für die eine gute Internetanbindung wichtiger als die Straßenverbindung ist.