Missbrauchsprozess: Therapeut angeklagt

„Die sexuellen Kontakte waren einvernehmlich“, leugnete 46-Jähriger, Missbrauch an Patientinnen im Bezirk Waidhofen.

NÖN Redaktion Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:00
Gericht Symbolbild
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Foto: Shutterstock.com, Salivanchuk Semen

Vor einem Kremser Schöffensenat muss sich ein 46-Jähriger in einem für drei Tage anberaumten Prozess verantworten. Dem Psychotherapeuten, der im Bezirk Waidhofen eine eigene Praxis betrieb, werden das Verbrechen der Vergewaltigung und die Vergehen des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses sowie der Besitz von Kinderpornos vorgeworfen.

Der Psychotherapeut soll unter anderem einige Patientinnen während einer Therapiesitzung willenlos gemacht und sich dann an den Wehrlosen im „Trancezustand“ sexuell vergangen haben, erläuterte die Staatsanwältin die Anklage.

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„Nicht schuldig“, erklärte der Therapeut zu allen Anklagepunkten und beteuerte: „Es gab sexuelle Kontakte, aber die waren alle einvernehmlich.“

Die Vermischung von Beruflichem und Privatem sei moralisch nicht schön, aber strafrechtlich nicht relevant, führte der Verteidiger des 46-Jährigen aus, und er sieht in der Anzeige einen Racheakt: „Die Eifersucht zweier Frauen hat den Stein ins Rollen gebracht und die Ermittlung in Gang gesetzt.“ Weiters will er die Frage von einem Sachverständigen geklärt haben, ob ein Mensch, ohne chemisches Zutun, willenlos gemacht werden kann.

Da in dem Missbrauchsprozess die höchstpersönlichen Bereiche der Opfer und des Angeklagten zur Sprache kommen, wurde der Aussschluss der Öffentlichkeit beantragt und diesem wurde auch stattgegeben.

Das Beweisverfahren, die Befragung des Angeklagten und die Einvernahme der Zeugen sowie die Gutachten werden also hinter geschlossen Türen stattfinden. Erst bei der Urteilsverkündung wird die Öffentlichkeit wieder zugelassen.