Nahversorger: „Das Problem ist die Lieferung“. „Die Lager sind zwar voll, nur wir kriegen die Ware nicht“, ärgert sich ADEG-Markt-Betreiber Karl Kainz.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 25. März 2020 (04:34)
Bastian Stummvoll betreibt den Adeg-Markt in Karlstein, und berichtet von Lieferproblemen seitens der Großhändler.
Gerald Muthsam

Meldungen von Hamsterkäufen und Bilder von leeren Regalen in den Supermärkten tauchen immer wieder in den Medien auf. Wie sieht die Lage diesbezüglich bei unseren Nahversorgern aus? Probleme gibt es vor allem bei Lieferungen.

„Bei uns gibt es eine leicht erhöhte Nachfrage“, erzählt Adeg-Markt-Betreiber Bastian Stumvoll aus Karlstein, „vor allem bei Klopapier, Mehl und Konserven, wie man es auch sonst überall hört.“ Ein Problem sei aber im Moment die Lieferung. Da im Raum Wien viele Geschäfte leergekauft wurden, bestünde dort ein erhöhter Lieferbedarf, darum würden bei uns die Lieferungen etwas beschränkt, meint er. Klopapier gibt es auf jeden Fall noch, wie er mit einem Foto auf Facebook beweist.

15 bis 20 Lieferungen pro Tag. „Personell ist es zu schaffen, weil ich am Abend mit meiner Freundin noch länger im Geschäft bin und die notwendigen Erledigungen mache.“ Er bietet auch einen Lieferservice an und liefert an die 15 bis 20 Bestellungen pro Tag aus. Die Gemeinde bot Unterstützung bei der Auslieferung an, falls dafür Bedarf bestehe. Dies sei aber bis jetzt noch nicht notwendig gewesen. Als Schutzmaßnahme desinfiziert man regelmäßig die Arbeitsflächen und Griffe der Einkaufswägen.

Einkaufswahn entspannt sich. Karl Kainz vom Adeg-Markt in Kautzen berichtete am Ende der Woche von einer Entspannung des Einkaufswahns der vorangegangenen Tage. Auch in seinem Geschäft hätte es leere Regale gegeben. Das führt er auch auf die Lieferengpässe zurück. „Die Lager sind zwar voll, nur wir kriegen die Waren nicht“, meint er etwas verärgert.

Werden große Märkte bevorzugt? Er habe das Gefühl, dass die großen Märkte bevorzugt beliefert würden, und dann kämen erst die Kleinen dran. Es habe auch Probleme im Bestellsystem gegeben, in dem Bestellungen einfach verschwunden seien. „Personell ist es hauptsächlich deshalb schwierig, weil nicht klar ist, wann die Lieferungen kommen und ich die Mitarbeiter zum Einräumen einteilen kann“, meint Karl Kainz. „Die Mitarbeiter sind trotz Mehrarbeit und der besonderen Situation noch immer motiviert. Keiner ist ängstlich und alle stehen hinter dem Ganzen, obwohl wir eigentlich nie gefragt wurden, ob wir geöffnet haben wollen“, lobt er sein Personal. „Wir versorgen die Menschen natürlich gerne, ich hoffe es kommt aber auch die entsprechende Anerkennung dafür.“

Kunden kaufen für mehrere Personen ein. Merkbar sei auch, dass weniger Kunden kämen, die aber für mehrere Personen einkaufen würden. Auch würde weniger in die Stadt gefahren und mehr im Ort eingekauft. Bei den Kunden sei auch schon eine gewisse Angst zu merken, da auch schon einige mit Mundschutzmaske und Handschuhen kämen. Im Geschäft wird natürlich viel gewischt, desinfiziert und belüftet. Persönlich schützt Kainz sich mit gesunder Ernährung und positivem Denken.

Vorsichtsmaßnahme: Immer nur zwei Mitarbeiter im Geschäft. Beim Nah&Frisch-Laden Othmar Josef in Thaya hat man sich zum Schutz personell so organisiert, dass immer nur zwei Mitarbeiter im Geschäft und somit im Kundenverkehr sind. Josef bietet auch Lieferungen an, die derzeit vermehrt in Anspruch genommen werden, wobei sich in Thaya auch die Leute gegenseitig sehr unterstützen. Es werden auch telefonisch Bestellungen für ältere Kunden vorbereitet und bei Abholung auf den Parkplatz gebracht.

Lieferprobleme gibt es bei ihm nicht, da er von zwei Lieferanten und teils mit regionalen Produkten beliefert wird. Es kann nur sein, dass bestimmte Marken eines Artikels nicht geliefert werden, dann wird ein Ersatzartikel geliefert. „Die Kunden haben jedoch großes Verständnis dafür und sind allgemein sehr diszipliniert“, zeigt sich Othmar Josef zufrieden. Zudem sprach er auch ein großes Lob für sein Personal aus, das ihn und sich untereinander sehr harmonisch und mit großem Einsatz und Verständnis unterstützt.