Reaktionen der Parteien: Reicht der Rücktritt?

Waidhofner ÖVP und Grüne hoffen, dass die Regierung nicht zerbricht . SPÖ drängt auf weitere Schritte, FPÖ will Neuwahlen.

Sebastian Dangl Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:33
Sebastian Kurz
Sebastian Kurz
Foto: APA, HERBERT PFARRHOFER

Mit dem Rücktritt von Sebastian Kurz ist die politische Landschaft Österreichs aufgewühlt. Ob und wie lange die türkis-grüne Regierung noch bestehen kann, muss sich zeigen. Wie reagieren die Bezirksobleute der Parteien auf die Ereignisse des Wochenendes und den Rücktritt des Kanzlers?

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Eduard Köck befürchtet, dass sich der Prozess rund um Kanzler Kurz noch lange hinzieht.
privat

Für ÖVP-Bezirksobmann Eduard Köck war der Rücktritt von Sebastian Kurz der einzig richtige Schritt. „Jetzt sollten rasch alle Sachlagen tatsächlich geklärt werden“, meint Köck. Der Prozess rund um die Anschuldigungen gegen die ÖVP könnte sich allerdings noch länger hinziehen.

„Zu fürchten ist, dass das bis auf den Sankt-Nimmerleinstag geschoben wird, obwohl letztendlich gar nichts an den Anschuldigungen dran ist“, sagt der Waidhofner Bezirksobmann der ÖVP.

Er hofft, dass die aktuelle Regierung unter neuer Führung fortbestehen kann. „Einige Projekte sind noch im Köcher. Das geplante Regierungsprogramm sollte schon noch abgearbeitet werden.“

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Grünen-Bezirkssprecher Martin Litschauer hofft, dass die Regierung stabil bleibt.
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Auch die Grünen wollen vorerst am Status Quo festhalten. „Innerhalb des Klubs wurde in den vergangenen Tagen viel diskutiert“, erzählt der Grüne Bezirkssprecher und Nationalratsabgeordnete Martin Litschauer. „Wesentlich ist aber jetzt nach diesem Wochenende, dass es mit einer stabilen Regierung weitergehen kann. Das vorgenommene Regierungsprogramm sollte umgesetzt werden. Beide Seiten stehen dazu.“

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Gottfried Waldhäusl: „Nur mehr eine Frage der Zeit, bis Neuwahlen anstehen.“
privat

An einem längeren Fortbestehen der türkis-grünen Koalition gibt es aber auch Zweifel, wie klarerweise aus der Opposition. „Die Ära Kurz ist vorbei und es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis Neuwahlen ins Haus stehen“, betont FPÖ-Bezirksobmann Gottfried Waldhäusl. Er fordert eine rasche Umstrukturierung. „Eines ist Fakt: das gesamte politische Umfeld des gescheiterten Kanzlers muss zerschlagen und all seinen Helfershelfern das Handwerk gelegt werden.“

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Für Roman Zibusch ist der Rücktritt des Kanzlers konsequent aber nicht ausreichend.
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SPÖ-Bezirksobmann Roman Zibusch sieht dagegen den Rückzug des Kanzlers grundsätzlich als konsequent an: „Er hat aber meiner Ansicht nach auch zu wenig getan. Es gilt die Unschuldsvermutung, aber es liegen doch jede Menge Protokolle vor.“ Er hofft, dass jetzt ÖVP-intern etwas passiert und die „Agenden des Herrn Kurz eingebremst werden“. „Die Macht liegt immer noch in seinen Händen. Sollte sich die Situation nicht bessern und nur die Leute ausgetauscht werden, könnten sich die Grünen bald zurückziehen.“

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