Corona-immun: Bisher höchster Wert bei Antikörpertest

517 AU/ml: Eine so hohe Zahl hat Ärztin Namjesky noch nicht gesehen. Patientin Mona Loidolt hatte nicht einmal Corona-Symptome.

Erstellt am 03. März 2021 | 04:29
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Mona Loidolt hatte das Corona-Virus, allerdings keine Symptome – und jetzt jede Menge Antikörper in ihrem Körper. Die ärztliche Bestätigung befreit sie laut derzeit geltendem Recht von Zutrittstests etwa für den Friseurbesuch.
Foto: NÖN-Archiv, Hofmann

„Habe ich vielleicht schon Corona gehabt, ohne es gemerkt zu haben?“ Diese Frage stellte sich Mona Loidolt aus Waidhofen und ließ im Rahmen einer Blutuntersuchung bei ihrer Hausärztin Astrid Karimian-Namjesky einen Antikörpertest machen.

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Kiril Kirilov: „Höhe des Antikörper-Titers hängt vom Immunsystem ab.“
NÖN-Archiv, Hofmann

Eine Blutprobe wurde ins Labor geschickt – das überraschende Ergebnis: Der Test war nicht nur positiv, sondern zeigte sogar einen besonders hohen Wert von 517 AU/ml. Und das, obwohl die Frau nie etwas von einer Corona-Infektion gemerkt hat. „Die Ärztin meinte, das ist bis jetzt der höchste Wert, den je einer ihrer Patienten beim Corona-Antikörpertest erzielt hat“, erzählt Loidolt. Normal hohe Werte würden eher bei 200 liegen. Der hohe Antikörper-Wert deute darauf hin, dass sie in den vergangenen drei Monaten eine Corona-Infektion durchgemacht habe. Krank sei sie in diesem Zeitraum aber nicht gewesen, sagt Loidolt.

Durch ihren positiven Antikörpertest gilt sie jetzt als Corona-Genesene: Die ärztliche Bestätigung weist eine Covid-Infektion innerhalb der letzten sechs Monate nach, somit ist man laut derzeit geltendem Recht von Berufsgruppen-Testungen und Zutrittstests für körpernahe Dienstleistungen befreit, allerdings nicht von der Maskenpflicht.

Dass ein Titer-Wert von 200 eher normal sei, schließt Kiril Kirilov aus. „Das kann man nicht einheitlich sagen“, betont er. „Die Höhe des Antikörper-Titers ist nach durchgemachten Infektionen vollkommen verschieden, je nachdem, wie die Antwort des Immunsystems war“, erklärt der Allgemeinmediziner mit Ordination in Raabs.

Mehr Antikörper bei größerer Viruslast?

Es sei wahrscheinlich, dass „nach einer asymptomatischen Infektion möglicherweise der Patient einen niedrigen Antikörper-Titer hat, weil die Viruslast nicht so groß war.“ Aber er habe erst am Montag eine Patientin mit einem Titer-Wert von 450 angetroffen. „Das ist auch sehr hoch.“ Ihre Corona-Infektion sei sehr leicht verlaufen.

Kurz zur Erklärung: Der Antigen-Test weist die momentan laufende Viren-Erkrankung nach, während die Antikörper-Tests nach der Blutabnahme aussagen, wie hoch die Immunität nach einer Erkrankung ist. „Der Titer bildet sich erst nach einigen Wochen aus“, führt Kirilov aus. Sollte man Antikörper-Tests machen, um den derzeit knappen Impfstoff nicht unnötig zu verabreichen?

„Das müssten die Behörden oder der Regierungsbeirat entscheiden, zwingend ist es nicht. Man kann sich impfen lassen, wenn man eine Infektion durchgemacht hat und es wird auch empfohlen, um das Immunsystems zu stimulieren“, erläutert der Raabser Arzt, der auch als Oberarzt im Landesklinikum Waidhofen aktiv ist.

Haben Personen Angst vor einer Impfung, könne überlegt werden, ob man einen Antikörpertest durchführen lässt. „Aber es ist nicht so, dass man sich nicht impfen lassen sollte. Es wird empfohlen.“